Gemeinsam Verantwortung tragen

Laudato si. Papst Franziskus beginnt seine Enzyklika mit einer Analyse, woran die Erde denn krankt. Die Fakten sind im Einzelnen nicht neu. Aber die Zusammenstellung gibt wieder, was man als Nichtspezialist über globale Probleme unbedingt wissen sollte.

Johann Neumayer, Umweltreferent der ED

Salzburg. Die ersten drei geschilderten Problembereiche haben alle mit demselben Sachverhalt zu tun: Die Menschheit schafft es derzeit nicht, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Es gelingt nicht oder nur sehr mäßig beim Bremsen des Klimawandels, es gelingt nicht bei der Vorsorge für ausreichend sauberes Wasser für alle und es scheitert bei der drastischen Reduktion des Mülls – man denke nur an die fast kontinentgroßen Plastikmüllansammlungen auf den Weltmeeren. Auch wenn es in Teilbereichen Ansätze zu Erfolgen gibt, ist keineswegs ausgemacht, dass die Menschheit diese Bedrohungen wird meistern können.

Das Ende der Wegwerfkultur?

In der Fachwelt ist die Problematik unter dem Allmendeproblem bekannt: Bei gemeinsamem Besitz ist die Versuchung naheliegend, zwar den Nutzen aus diesem Besitz zu ziehen, sich aber nicht um den Erhalt zu kümmern. Denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass jene, die sich nicht kümmern, auch den Nutzen haben und die Verantwortungsbewussten übers Ohr gehauen werden.
Nun sind aber Klima und Wasser gemeinsamer „Besitz“ und alle Menschen auf saubere Lebensräume angewiesen. Nur gemeinsam lassen sich diese Überlebensfaktoren erhalten bzw. ihr Zustand so verbessern, dass alle Menschen auf der Erde gut leben können.

Ohne feste Haltungen und internationale Einigung auf gegenseitige Verpflichtungen wird es nicht gelingen, die Zerstörung dieser Lebensgrundlagen zu verhindern. So landet die Umweltproblematik schnell bei der Wertefrage: Unsere Wegwerfkultur, die die Armen der Erde ebenso schnell fallen lässt, wenn sie nichts „bringen“, wie sie die Güter nach Einmalgebrauch wegwirft, basiert auf einem Wertehorizont, in dem kurzfristiger Erfolg ganz oben steht und Verantwortung für lebende und kommende Generationen kein Thema ist. Diese Haltung ist am Ende. Daran lässt Papst Franziskus keinen Zweifel.

Die Pfarre Dechantskirchen hält seit 2010 das EMAS-Zertifikat, kurz für Eco-Management and Audit Scheme. Pfarrer Wolfgang Fank (r.) brennt für Ökologie und Nachhaltigkeit und hat viele angesteckt – auch die Umweltbeauftragte der Pfarre, Maria Knöbl (l.). Foto: Pfarre