Gemeinwohl als Priorität

Das Gemeinwohl muss erstes Ziel und die erste Verantwortung jeder Politik sein. Das hat Kardinal Chris-toph Schönborn in Richtung der neuen Regierung betont.

Wien. „Es muss um das Wohl aller Menschen in diesem Land gehen, in Gerechtigkeit und Frieden und mit einem Augenmerk auf Sicherheit“, so der Kardinal. Dieses Wohl aller müsse über den Interessen einzelner Parteien oder sonstiger Gruppierungen stehen, und schon gar nicht dürften einzelne Gruppierungen in die eigenen Taschen arbeiten, so der Wiener Erzbischof. Wörtlich fügte er hinzu: „Ich wünsche unserer Bundesregierung ein starkes Gespür und ein erfolgreiches Wirken für dieses Gemeinwohl.“

 

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz blickt zugleich über Österreich hinaus, denn was für das Gemeinwohl im eigenen Land gilt, habe genauso auf dem internationalen Parkett seine Gültigkeit. Es sei im internationalen Rahmen wichtig, dass nationale Interessen nicht etwa das Gemeinwohl Europas oder überhaupt aller Völker der Welt überlagerten. Konkret sprach der Kardinal etwa die Sorge um die Umwelt, eine weltweite gerechte Verteilung der Güter oder auch den Frieden zwischen den Völkern an.

 

Caritas-Präsident Michael Landau hat an die neue Bundesregierung appelliert, auf die sozial Schwächsten nicht zu vergessen. Er warnte vor finanziellen Einschnitten im Sozialbereich. Er sorge sich etwa um Alleinerziehende, um kinderreiche Familien und um arbeitslose Menschen. Als „grundsätzlich positiv“ hat der Katholische Familienverband Österreichs das neue Regierungsprogramm bezeichnet. Viel Licht aber auch Schatten sieht die Katholische Aktion Österreich im neuen Regierungsprogramm von ÖVP und FPÖ. Positive Signale setze das Regierungsprogramm im Blick auf Familien sowie in den Bereichen Pflege und in der Integration Behinderter. 

 

„Dazu zählt der Plan einer parlamentarischen Enquete zum Thema der eugenischen Indikation und zur Verhinderung von Spätabtreibungen“, betonte KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer. „Zu begrüßen ist auch ein klares Festhalten am konfessionellen Religionsunterricht und die Einführung eines verpflichtenden Ethikunterrichts für alle, die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen.“ kap

 

Bildtext: Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat die neue Bundesregierung und Staatssekretäre angelobt. Foto: Peter Lechner/HBF