Gesundes Aufwachsen

Hilfe. Ein erster Gesundheits-Check findet unmittelbar nach der Geburt statt und später folgen  regelmäßige Besuche beim Kinderarzt. In Österreich ist die lückenlose Versorgung von Neugeborenen Standard. Im syrischen Aleppo können sich viele Eltern die Untersuchungen und Medikamente für ihre Kinder nicht leisten. Banale Krankheiten entwickeln so ernsthafte Folgen. Die katholische Pfarre und die Franziskaner in Aleppo ziehen mit der Salzburger Caritas jetzt an einem Strang. Gemeinsames Ziel: 632 Kindern ein gesundes Aufwachsen ermöglichen.    

Aleppo/Salzburg. Charbell ist zwei Jahre alt. Vor kurzem kam er mit hohem Fieber und Erbrechen ins Spital. Der Vater leistet seinen Militärdienst. Die Mutter (über)lebt mit ihren zwei Kindern nur dank Hilfe der Kirche. 

Joyce verbrachte aufgrund  erhöhter  Bilirubinwerte (Gelbsucht) ihre ersten Tage im Inkubator. Ihr Vater hatte eine eigene Bäckerei. Der Krieg hat alles zerstört, inklusive dem Heim der Familie. Mit Unterstützung der Pfarre ist der Vater gerade dabei wieder ein Geschäft zu eröffnen. Die Behandlung seiner Tochter hätte er nicht bezahlen können. 

Schwester Brygida kennt unzählige solcher „Geschichten“, die nicht immer gut ausgehen. „Die Menschen sind arm, psychisch und physisch krank. Sie sehen in Aleppo keine Zukunft für ihre Kinder. Selbst wenn beide Elternteile arbeiten, reicht es hinten und vorne nicht. Die Familien brauchen Unterstützung, damit sie wieder etwas Hoffnung schöpfen können.“ Sie berichtet auch, dass nur ein einziger Zugang offen ist, um Aleppo zu erreichen. „Die Hauptstraße ist in den Händen der Opposition.“ Die vor dem Krieg funktionierende Industrie sei komplett zusammengebrochen und Preise für Essen oder Medikamente enorm gestiegen. 

Versorgung nach der Geburt 

Der kleine Asso wog bei der Geburt nur ein Kilo. Er musste lange in den Brutkasten. Dass Kinder untergewichtig zur Welt kommen oder anfällig für Krankheiten sind, ist keine Seltenheit. Die Eltern können die teure medizinische Versorgung nicht bezahlen und gehen nur im Notfall zum Arzt. Leicht behandelbare Erkrankungen nehmen häufig einen lebensbedrohlichen Verlauf. Die Caritas und ihre lokalen Partner greifen ein: Im Anfangsjahr des Programms profitieren 632 Kinder. Regelmäßige Untersuchungen und Impfungen sollen ihre gesunde Entwicklung sichern.  

Kirchenglocken läuten am 27. Juli 

Die Kirchenglocken  in den Pfarren läuten  am Fr., 27. 7., um 15.00 Uhr für fünf Minuten. Sie sollen daran erinnern, dass alle zehn Sekunden ein Kind an Unterernährung stirbt und Millionen hungern.

Zweites Zeichen gegen den Hunger am 27. 7.: Am Salzburger Domplatz verteilt Erzbischof  Franz Lackner mit Caritas-Direktor Johannes Dines Säckchen mit Kressesamen. Die Kresse ist das Symbol für die wachsende Hoffnung und die Ernte der Dank für die Spende.

Foto (Caritas): Babys und Kleinkinder bis drei Jahre erhalten dank Franziskaner, katholischer Pfarre in Aleppo und der Caritas Salzburg Zugang zu medizinischer Behandlung bei einer Erkrankung.