Glänzendes Werk

160 Stunden Arbeit hat Charlotte Kobleder darin investiert, die Maxglaner Fahnen zu restaurieren. Nach Jahrzehnten Abstinenz konnte sich die Pfarrbevölkerung vor kurzem bei der Segnung an ihnen wieder erfreuen.

Salzburg-Maxglan. „Die Fahnen sind mindestens 70 Jahre alt. Sie waren dreckig, teilweise haben nur mehr Sicherheitsnadeln den Stoff zusammengehalten. Außerdem fehlten Quasten oder sie waren schon kaputt“, erzählt die pensionierte Schneiderin. „Es war eine Herausforderung, aber eine schöne. Die Krönung meiner beruflichen Laufbahn“, ist sie stolz. 

Im Sommer hat sie begonnen, Informationen einzuholen, das Material zusammenzusuchen: „Es war teilweise schwierig, etwas Passendes zu finden. Als ich das Häkelgarn im richtigen Blauton gefunden habe, habe ich mich sehr gefreut“, meint sie. In vier Monaten hat die 62-Jährige die fünf Fahnen in Rot, Blau, Gold und Türkis-Gold so originalgetreu wie möglich wieder zum Glänzen gebracht. 

Rupertusblatt-Seite eingenäht

Neue Stoffe wurden genäht, Quasten gestaltet und eingefärbt, Details per Hand gestickt. Hinter der goldenen Kuppel einer der zwei roten Fahnen entdeckte sie einen Zeitungsartikel von 1946. „Das war eine gute Idee. Ich habe auch eine Rupertusblatt-Titelseite aus dem Oktober eingearbeitet“, verrät die Schneiderin. Die Motive waren noch relativ gut erhalten. „Sie musste ich nur reinigen und nachmalen“, so Kobleder. Die Motive auf beiden Seiten der Fahnen zeigen die hl. Anna mit Maria als Kind, die kleine Therese von Lisieux, Herz Mariens und Herz Jesu sowie Maria- und Josef-Bilder. 

„Schon Jahrzehnte hindurch konnten sich die Menschen nicht mehr erinnern, dass die Fahnen bei der Prozession mitgetragen wurden. Es ist eine große Bereicherung für die Pfarre“, freut sich Pfarrer Josef Pletzer. Die Fahnen werden zu Ostern die Kirche schmücken und die Pfarrmitglieder nun wieder bei der Wallfahrt nach Maria Plain und zu Fronleichnam begleiten. julia.petritsch@rupertusblatt.at

 

Bildtext: Kirchenfahnen gehören einfach zu jeder Kirche dazu, findet Charlotte Kobleder (B.). Sie hat die Arbeit „für die Pfarre und zur Ehre Gottes“ gemacht und ist nicht die einzige, die sich nun an den 1,80 Meter langen Fahnen im neuen Glanz erfreut. Helmut Machreich hat zusätzlich die Stangen erneuert und die Kugeln gereinigt.