Glaube braucht auch Vernunft

75 Jahre Theologische Kurse: Erzbischof Lackner und der Grazer Theologe Esterbauer wenden sich beim Festakt in Salzburg gegen atheistische „Glaubst du noch oder denkst du schon?“-Polemik.

Salzburg. Glaube ist nach christlichem Verständnis nichts Irrationales. Er darf sich auch nicht im Für-wahr-Halten von Glaubenssätzen erschöpfen. Darin waren sich der Salzburger Erzbischof Franz Lackner und der Grazer Ordinarius für Christliche Philosophie, Reinhold Esterbauer einig. Der von atheistischen Vereinigungen propagierte Slogan „Glaubst du noch oder denkst du schon?“ sei unzutreffend. Denn er gehe davon aus, dass „Glauben“ einer noch unreifen Phase des Menschseins angehöre, die vom „Denken“ des modernen und mündigen Menschen abgelöst werden müsse. Doch der Glaube suche das Verstehen, um sich über das Zeugnis des authentisch gelebten Lebens hinaus auch mit Argumenten mitteilen zu können.
Seit 75 Jahren sind die Theologischen Kurse ein Ort der Reflexion über die großen Fragen des Lebens und des Glaubens. Kernauftrag der katholischen Erwachsenenbildungseinrichtung ist es, Menschen ein fundiertes, rational begründbares und kritikfähiges Glaubensverständnis zu erschließen.
kap

75 Jahre Theologische Kurse war Anlass für eine Jubiläumsveranstaltung in St. Virgil. Im Bild Erzbischof Franz Lackner mit AbsolventInnen sowie Prof. Reinhold Esterbauer (l.) und ThK-Leiter Erhard Lesacher. Foto: Schwarzmann/St. Virgil