Glaube braucht Wachsamkeit

Vorbild. Erzbischof Franz Lackner betonte bei der Ma-ria-Namen-Feier im Wiener Stephansdom: „Ein lebendiger Glaube braucht Wachsamkeit, Demut und Opferbereitschaft und in all dem ist Maria ein Vorbild für uns.“

Wien. „Glauben gibt es nicht als ungedeckten Scheck, sondern er muss in kleinen Münzen abgegolten werden“, sagte der Salzburger Erzbischof beim Festgottesdienst. Der „Großglaube an die Auferstehung am Ende der Zeiten“ brauche die alltäglichen kleinen Schritte des Glaubens und die Bereitschaft zum Opfer und zur Hingabe. „Manche sterben für ihren Glauben“, sagte Lackner und verwies dabei auf die kürzliche Seligsprechung der slowakischen Märtyrerin Anna Kolesárová . Ihre Überzeugung, für die Keuschheit sogar den Tod in Kauf zu nehmen, sei ein „Zeugnis gegen eine vergessene Wahrheit“. 

Vorbild im Glauben und im Be-ten sei Maria schlechthin, hielt der Erzbischof fest. Zu diesem Glaube gehöre auch, dass nicht immer alles verstanden werde. Die heute gängige Haltung, wonach nur das geglaubt werde, was verstanden werde, sei letztlich eine Form von Gnosis und somit eine Irrlehre, so Lackner unter Bezugnahme auf den Papst. Vielmehr brauche es im Glauben „eine betrachtende und auf Gott hinhörende Haltung“. Diese Demut könne man von der Mutter des Herrn lernen, von der es im Evangelium heißt: „Maria bewahrte alles im Herzen und dachte darüber nach.“ In dieser Haltung sollten Gläubige den Rosenkranz betrachtend beten: „Unser Land hat lange vom Gebetsschatz des Rosenkranz-Sühnekreuzzug in Frieden leben können.“ 

700.000 Mitglieder in 130 Ländern

„Frieden retten“ lautete das Mot-to der diesjährigen Feier, die in Verbindung mit dem kirchlichen Maria-Namen-Fest (12. September) an die Befreiung Wiens 1683 von der osmanischen Belagerung erinnert. Organisiert wird die Maria-Namen-Feier in Wien seit 1958 von der Rosenkranz-Sühnekreuzzug-Gebetsgemeinschaft, die der Franziskanerpater Petrus Pavlicek 1947 gegründet hat. Erzbischof Franz Lackner ist gemeinsam mit Kardinal Christoph Schönborn Schirmherr der Gebetsgemeinschaft. Rund 700.000 Mitglieder aus mehr als 130 Ländern gehören zur Gemeinschaft, die die Zeitschrift „Betendes Volk“ herausgibt. Infos unter www.rsk-ma.at/mariaenamenfeier

Foto (kathbild.at/Rupprecht): Erzbischof Franz Lackner ging bei der Maria-Namen-Feier auf Maria „als Vorbild im Glauben und im Beten“  ein.

 

 

Maria Namen-Feier; Franz Lackner beweihräuchert die Fatimastatue