Glaube ist die Grundlage

Festgottesdienst. Ohne Glauben und Frömmigkeit wird unsere Zeit, auch wenn heute viel Gutes geschieht, den hohen Standard an Humanität und Mitmenschlichkeit nicht zu halten vermögen.

Salzburg. Diese Überzeugung äußerte der Salzburger Erzbischof Franz Lackner beim Festgottesdienst zu Ehren der vor 1.300 Jahren verstorbenen Salzburger Landesheiligen Rupert und Erentrudis. Keine noch so gut ausbalancierte Gesetzgebung könne dem Einzelnen in seiner einmaligen Würde ganz gerecht werden, Institutionen im Besonderen würden immer auch schuldig, so Lackner. Dem Bismarck‘schen Wort „Mit der Bergpredigt kann man nicht regieren“ sei zwar durchaus etwas abzugewinnen, „aber ganz ohne Bergpredigt wird es auch nicht gehen“, gab der Erzbischof zu bedenken. Lackner wies darauf hin, dass über den Salzburger Landespatron Rupert wenig Biographisches bekannt sei; einer Lebensbeschreibung vom Ende des 8. Jahrhunderts zufolge stammte er aus einem vornehmen, königlichen Geschlecht, „war aber noch vornehmer durch Glauben und Frömmigkeit“. Diese „wunderbare Beschreibung“ erinnere daran, dass letztlich der Glaube als „göttlich-menschliche Gabe“ jedem eine letzte Würde zu geben vermag. Diese Art der „Vornehmheit“ komme auch allen Enttäuschten und Gescheiterten zu, dem Ungeborenen, das leben möchte, dem Flüchtling, der keine Aufnahme findet, erklärte Lackner. Sich diesen Menschen zu widmen lege auch Papst Franziskus den Gläubigen immer wieder ans Herz: „Unsere Aufgabe ist es, den Schwachen, Armen, Einsamen und Enttäuschten, den Trauernden und Verfolgten so zu begegnen, ihnen zur Seite zu stehen, dass sie sich ihrer vornehmen Herkunft innewerden“, appellierte der Salzburger Erzbischof.

Auch im Blick auf den vor zwei Jahren gestarteten Zukunftsprozess in der Erzdiözese gelte es von den Salzburger Gründungsheiligen zu lernen. Lackner rief den Wahlspruch des hl. Martin, „Ich scheue die Mühe nicht“, in Erinnerung, der auch für Rupert zur Richtschnur geworden sei. „Glauben bedeutet auch Mühe, auch in unserer Zeit.“ Alle Institutionen und damit auch die Kirchen litten heute an Vertrauensschwund, einer der Gründe dafür liegt laut Lackner darin, „dass die Schule des Vertrauens, und das ist der Glaube, fast keine Schüler mehr hat“. 

Der Salzburger Zukunftsprozess sei trotz mancher Fehler getragen von einem missionarischen Geist. „Dass Missionen nicht immer gleich gut gehen müssen“, habe auch der hl. Rupert erfahren müssen. Auch in Salzburg sei vieles am Anfang. „Wir wollen weitergehen in die Zukunft und laden alle herzlich ein, mitzugehen, mitzutun und mitzubeten“, sagte Lackner. Der Erzbischof betonte dabei die „Verantwortung vor Gott und den Menschen“: Die Freude des Evangeliums dürfe der Welt von heute und dem Land Salzburg nicht vorenthalten werden, ohne schwere Schuld auf sich zu laden. „Unsere Gründungsheiligen würden in diesem Fall am Ende der Zeiten zum Zeugnis gegen uns aufstehen“, warnte Lackner. Kurt Sonneck

Bildtext: Zum Festgottesdienst am Rupertitag, mit dem auch das „Zukunftsfest“ der Erzdiözese Salzburg abgeschlossen wurde, begrüßte EB Lackner unter den vielen Mitfeiernden auch em. EB Alois Kothgasser und die Bischöfe der Partnerdiözesen Johannes Bosco Chang Shin-Ho (Daegu/Südkorea), Robert Herman Flock (San Ignacio de Velasco/Bolivien) und Emery Kibal Nkufi Mansong‘loo (Bokungu-Ikela/Kongo). Foto: Neumayr/Leopold

 

 

Mit den Reliquien der Heiligen zog der Salzburger Erzbischof Franz Lackner in einer Prozession mit zahlreichen Priestern, Diakonen und Gläubigen von St. Peter in den Salzburger Dom Foto: Neumayr/Leo 24.09.2018