Glaube verbindet

Bischöfe als Grenzgänger. Das Gemeinsame prägte die Begegnung von Erzbischof Alojzij Cvikl und Bischof Wilhelm Krautwaschl. 

Graz/Marburg. Mit einem „Tag an der Grenze“ haben der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl und der Marburger Erzbischof Alojzij Cvikl die Verbundenheit beider Diözesen vertieft. Bei der Begegnung an vier Stationen und in drei Kirchen entlang der südsteirisch-slowenischen Grenze wies Bischof Krautwaschl eindringlich darauf hin, dass der gemeinsame Glaube es möglich mache, „dass wir Hass und Streit überwinden zwischen Völkern und Nationen“. Ebenso sei das „Projekt Europa“ aus der Kriegserfahrung heraus konzipiert worden. Vor diesem Hintergrund sollten Christen ihren Glauben in die Gesellschaft einbringen, „damit nicht aufs Neue der Mensch beginnt,
gegen den anderen aufzutreten“.

„Schauplatz“ war jene Grenze, die erst nach dem Ersten Weltkrieg die damalige Untersteiermark vom Rest des Bundeslandes und somit von Österreich abtrennte. Grenzen, erklärte der Bischof, können nicht nur Distanz und Trennung bedeuten, sondern positiv betrachtet einen unverwechselbaren, einzigartigen Unterschied markieren. Diese Erfahrung mache zugleich fähig, die Einzigartigkeit des anderen zu sehen und zu lieben. „Liebe ist die ‚Grenzüberschreitung‘ schlechthin und ermög-
licht Miteinander trotz Verschiedenheiten“, so Krautwaschl.                   

kap

Bild (Avgust Heričko, Druzina): Treffen an der österreichisch-slowenischen Grenze:  Bischof Wilhelm Krautwaschl und Erzbischof Alojzij Cvikl (r.).