Glockenturm neu in Lend

Die Geschichte der Kirche Lend hängt eng mit dem Bergbau zusammen. Im Frühjahr wurde der Glockenturm der Lender Kirche renoviert

Die Lender Kirche ist dem Heiligen Rupert geweiht. 1674 von Erzbischof Max Gandolph von Kuenburg am Teufenbach erbaut – ebendort, wo früher die Goldschmelzanlagen standen, 1764 umgebaut, hat die Kirche 1904 mit den Deckenmalereien von Virgil Groder ihre heutige Gestalt bekommen.

Im Frühjahr war es so weit: eine gründliche Renovierung des Glockenturms stand an. Die Lender Kirche besitzt drei Glocken. Eine 150 kg schwere Don-Bosco-Glocke, eine 300 kg schwere St.-Josef-Glocke und die St.- Michael-Glocke, die 530 kg wiegt. Die Glocken gegossen hat Fritz Hamm aus Salzburg. An der gro-ßen Glocke hatte der Klöppel (der in einer Glocke frei schwingende Teil, der beim Anschlagen den Ton auslöst) einen Riss und musste neu geschmiedet werden. Außerdem wurde der Läutewinkel aller drei Glocken verkleinert, da somit die Glocken geschont werden. Auch das Schlagwerk wurde erneuert, da der Anschlagwinkel der Anschlagehämmer nicht exakt eingestellt war. Die Renovierungsarbeiten an den Glocken nahm die Firma Schauer & Sachs aus Salzburg vor.

Die Glockenstube wurde wetterfest gemacht: In die Fensteröffnungen wurden Schallläden – eine Art von Jalousien – eingebaut, um Regen und Schnee fernzuhalten. Somit wird das hölzerne Gebälk, auf dem der  Glockenstuhl befestigt ist, geschont. Außerdem wurde der Blechboden in der Glockenstube, der das Einsickern von Wasser in das Gebälk verhindern sollte, ausgebaut und durch einen Holzboden ersetzt.  Der Blechboden war nicht hundertprozentig dicht, somit sammelte sich Wasser im Gebälk und konnte durch den Blechbeschlag nicht mehr austrocknen. Auch wurden weitere Blechabdeckungen an den Außen- und Innengesimsen erneuert, repariert oder ergänzt. Diese dienen dazu, den Putz vor Witterung zu schützen. 

Die Blecharbeiten wurden von der Spengler- und Dachdeckerfirma Landauer aus Taxenbach bewerkstelligt. Sämtliche Renovierungsarbeiten am Glockenturm wurden im Mai dieses Jahres abgeschlossen.

Finanziell unterstützt wurde das Ganze großzügig durch die Finanzkammer der Erzdiözese Salzburg, das Bundesdenkmalamt, sowie durch die Pfarre Lend. „Ein besonderer Dank gilt den Finanziers sowie dem Bauamt der Erzdiözese Salzburg, das die  Sanierungsarbeiten fachkundlich begleitet hat“, sagt Pfarrer Oswald Scherer.

Eine Sanierung im größeren Stil wartet noch auf die Lender Kirche: Das gesamte, aktuell mit Eternitschindeln gedeckte Dach, muss erneuert werden, da es voraussichtlich einem erneuten Unwetter nicht mehr standhalten wird. Ob das neue Dach wiederum mit Eternitschindeln oder aber mit Holzschindeln oder Blech gedeckt wird, muss noch entschieden werden. „Bei der Finanzierung der Dachrenovierung wird man auf Spenden aus der Bevölkerung, sowie   auf Unterstützung von öffentlichen Stellen angewiesen sein“, weiß Pfarrer Scherer. 

 

Foto 1: Der Glockenturm der Lender Kirche mit den neuen Schallläden aus Holz.

Foto 2: Die Lender Ministrantinnen und Ministranten, die am Karfreitag immer vom Glockenturm herunter „ratschen“.

Fotos: RB/Pfarre Lend