Golden glänzt das Besondere

Spurensuche. Halbzeit bei den Schulferien: Damit die freien Tage nicht zu lange werden, können sich Kinder und Erwachsene im DomQuartier bei der Sonderausstellung „Ultramarin und Muschelgold – Wie die Bilder gemacht wurden“ auf spannende Spurensuche in Gemälden be-geben. Und dabei auch das seltene weil teure echte Ultramarinblau betrachten.

Salzburg. Ein Kilo Ultramarin kostet 15.000 Euro, deshalb verwendeten es die Künstler nur für kleine, besondere Stellen im Gemälde. Louis Licherie de Beuron malte damit beim Gemälde „Flucht nach Ägypten“ den Mantel der Gottesmutter. Auch Muschelgold war den wichtigen Bereichen des Gemäldes vorbehalten. Nimbus, Himmelskrone und die Locken der Madonna lässt Kaspar Memberger im Kunstwerk „Maria mit Kind“ – eine Auftragsarbeit für Wolf Dietrich – golden leuchten. 

Das Muschelgold ist Symbol für das göttliche Licht. Benannt wurde dieser Farbstoff nach dem Behälter: Gebrauchsfertiges Goldpulver wurde in Miesmuscheln eingestrichen. Den Anteil des kostbaren Farbstoffes regelte man vertraglich.

Faszinierend ist es, in den Gemälden aus dem 16. bis 19. Jahrhundert „Reuezüge“ der Maler zu suchen. Es sind Korrekturen oder Änderungen noch während der Arbeit. „Wir haben Kunstwerke gewählt, bei denen die Werkspuren deutlich und mit freiem Auge sichtbar sind“, erklärt Kuratorin Erika Oehring. Genau ansehen sollte man sich etwa Aelbert Cuyps Gemälde „Weide mit Kühen und Hirten“ oder das „Stillleben mit Austern, Zitronen und Trauben“ von Cornelis de Heem. Die Zeit bzw. der Alterungsprozess lässt die übermalten Stellen durchscheinen. jup

Foto: Ultramarinblau wurde für den Mantel der Gottesmutter verwendet, erklärt Kuratorin Erika Oehring. Fotos: jup, DomQuartier


TIPP:
Die Ausstellung ist noch bis 26. November im DomQuartier zu sehen.