Grenzerfahrung

22 Jugendliche und junge Erwachsene folgten der Einladung des katholischen Erzbischofs von Daegu – Salzburgs Partnerdiözese – und besuchten Südkorea. Sie trafen junge Katholikinnen und Katholiken und erlebten Religion und Kultur vor Ort.

Daegu. Einer der Höhepunkte der zweiwöchigen Reise war ein gemeinsamer Sonntagsgottesdienst mit katholischen nordkoreanischen Flüchtlingen. „Gesellschaftspolitisch setzten wir uns mit dem Koreakrieg und der koreanischen Teilung auseinander. Wir besuchten die innerkoreanische Grenze, die die Halbinsel seit 70 Jahren durchschneidet“, erzählt Bengt Beier von der Katholischen Jugend. „Unser Besuch im Flüchtlingslager war außergewöhnlich. Ausländische Gruppen dürfen diese Flüchtlingslager so gut wie nie besuchen und auch wir haben erst einen Tag vorher die geheime Adresse des Lagers erfahren dürfen. Fotos waren nicht erlaubt. Für einige der nordkoreanischen Flüchtlinge war es der erste Gottesdienst, den sie frei und ohne Lebensgefahr feiern konnten“, erklärt Beier.

Im immer noch kommunistischen Norden Koreas ist das Christentum streng verboten, schon der Besitz einer Bibel wird mit lebenslänglichem Arbeitslager oder Todesstrafe geahndet. Umso spannender war die Gesprächsrunde mit den nordkoreanischen Flüchtlingen nach dem Gottesdienst.

Die ersten Tage ihrer Reise verbrachten die Salzburger in Gastfamilien in Daegu. Trotz manchem Kulturschock waren sie von der Herzlichkeit begeistert: „Sehr beeindruckt hat mich die Gastfreundschaft und Großzügigkeit der Koreaner“, meint Sofia Raß. Samstags feierten koreanische und Salzburger Jugendliche eine Messe mit Erzbischof Thaddeus Cho Hwan-Kil und Weihbischof John Bosco Chang Shin-Ho. Die Jugendlichen trafen die Tirolerin Emma Freisinger, die in Daegu ein Leprakrankenhaus aufgebaut und damit den Grundstein für die Diözesanpartnerschaft gelegt hatte, besuchten einen buddhistischen Tempel und den Water Park. 

Die Diözesanpartnerschaften feiern heuer ihr 50. Jubiläum. Teil davon ist das zweijährliche Austauschtreffen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Salzburg und Korea. Unter der Reiseleitung von Johannes Shin (DKWE) und Bengt Beier machten die Jugendlichen in Daegu, Busan und Seoul prägende Erfahrungen. jup

Fotos: Herzlich empfangen wurde die Salzburger Gruppe von den Jugendlichen und Gastfamilien, die ein vielfältiges Programm vorbereitet hatten. Die Schwimmwestenpflicht schadete der Freude im größten Wasserpark Südkoreas keineswegs. Fotos: KJ