Gutes Zeugnis für Salzburger Pfarren

Schöpfung. Bei der Generalsanierung hat die Pfarre Zell am See-Schüttdorf die Heizung auf erneuerbare Energien umgestellt. Dieses Engagement für die Schöpfung wurde nun mit dem Kirchlichen Umweltpreis Österreich ausgezeichnet.

Zell am See-Schüttdorf. 33 vorbildliche Umweltprojekte aus ganz Österreich wurden eingereicht, die Pfarre Schüttdorf ist eine von sieben mit dem Umweltpreis ausgezeichneten. „Wir freuen uns über die Prämierung unseres Projektes und sehen darin einen Ansporn für die Weiterarbeit im Sinne der Umweltenzyklika von Papst Franziskus und den ,Ökologischen Leitlinien‘ unserer Erzdiözese“, so Diakon Johannes Dürlinger. 

„Weichenstellung für die Zukunft: ökologische Sanierung und Bewusstseinsbildung zum 50-Jahr-Jubiläum“ lautete der Projekttitel: „In der Bewerbung kam also bereits zum Ausdruck, dass wir den Abschluss der Generalsanierung unserer Stadtpfarrkirche und des Pfarrzentrums mit dem kompletten Umstieg auf ein ökologisches Energiesystem ganz eng mit der Festwoche ,Offener Himmel‘ gekoppelt haben“, sagt der Diakon.  „Die Bewusstseinsbildung in Hinblick auf unsere Schöpfungsverantwortung war ja einer der wesentlichen Themenbereiche unserer Festwoche vergangenen Herbst.“ 

Mit der thermischen Sanierung von Kirche und Pfarrhaus konnte das Heizsystem verkleinert und der Energiebedarf gesenkt werden. Die fünfzig Jahre alte Ölheizung ersetzt eine Heizung mit einer Kombination aus Erdwärme und Photovoltaik. Die Ablöse spart jährlich 65 Tonnen CO2 ein. Die Pfarrkirche wurde bei der Generalsanierung mit einer Fußbodenheizung ausgestattet – eine konstante Temperatur und gutes Raumklima waren das Ergebnis. Neben der thermischen Sanierung und dem neuen Heizsystem wurden zwischen 2013 und 2017 Fassade, Dach und Tiefgaragen erneuert, Altarraum und Taufkapelle neu gestaltet sowie die Gruppenräume und Sakristei saniert. 

„Wir müssen Energie einsparen“

„Die Auszeichnung für die Pfarre hat für Aufsehen gesorgt“, gratuliert der Umweltreferent der Erzdiözese Salzburg, Johann Neumayer. „Die Gesellschaft muss Energie einsparen. Von erneuerbarer Energie haben wir nur genug, wenn wir weniger verbrauchen. Und dazu soll Kirche ihren Beitrag leisten“, so Neumayer. Er war 26 Jahre in der Erzdiözese – als Pastoralassistent in Niederalm und Pfarrassistent in Rif – beschäftigt, davon 18 Jahre als Umweltreferent. Nebenberuflich engagierte er sich dabei immer als Biologe – vor allem für Hummeln. Ab September widmet er sich dieser Aufgabe vollständig.  

Die diözesanen Leitlinien wurden in Salzburg 2007 aufgestellt. Darin ist etwa festgehalten, dass bei Neubauten und Renovierungen des Heizsystems standardmäßig die Nutzung erneuerbarer Energie vorzusehen ist. Seit 2016 ist die Erzdiözese Mitglied beim „Klimabündnis europäischer Gemeinden mit den indigenen Völkern der Regenwälder“.

Bildtext: 2. Platz bei Energiewende: Pfarrkirchenratsobmann Norbert Fankhauser, Diakon Johannes Dürlinger und Pfarrer Christian Schreilechner (v. l.) nahmen den Preis entgegen. Foto: Markus Langer/Erzdiözese Wien

 

Zertifikat Faire Pfarre

Unternberg: Das Zertifikat für die „Faire Pfarre“ hat Unternbergs Pfarrer Manfred Thaler vergangenen Sonntag bei einem stimmungsvollen Gottesdienst von Markus Roßkopf, Leiter des Referats für Weltkirche, im Namen von Erzbischof Franz Lackner überreicht bekommen. „Papst Franziskus ist die weltweite Verantwortung füreinander und für die Schöpfung ein ganz besonderes Anliegen. Mit dem Zertifikat ist ein Zeichen gesetzt, dass das Anliegen des Papstes als Anliegen der ganzen Kirche erkennbar macht, auch in der Pfarre und für jeden Einzelnen“, so  Yvonne Roßmann.

Piesendorf: Die Pfarre Piesendorf ist die vierte Pfarre der Erzdiözese Salzburg – neben Unternberg, Kaprun und Rif –, die sich als „faire Pfarre“ zu nachhaltigem und sozialem Handeln bekennt. Das Führen einer Energiebuchhaltung, der Einkauf nach sozialen und ökologischen Kriterien, die Vermeidung von Einweggeschirr und Getränke-Einwegverpackungen  und das Achten auf Barrierefreiheit sind die vier Kernpunkte der Selbstverpflichtung. Im Bild: Umweltreferent Johann Neumayer, Markus Roßkopf, Referent für Weltkirche, Christine Koiner (Pfarrgemeinderatsmitglied), Initiatorin Ursula Rieder, Verena Altenberger (Pfarrgemeinderatsmitglied), Pfarrgemeinderats-Obfrau Christine Obwaller und Pfarrer Michael Blassnig bei der Zertifikatsverleihung in Piesendorf.