Haus Gottes ist die Seele der Pfarre

Die Weihe des neuen Zelebrationsaltars durch Erzbischof Dr. Franz Lackner am vergangenen Sonntag war Höhepunkt und Abschluss der Generalsanierung der Dekanatspfarrkirche von Zell am Ziller. In dem neuen Altar wurde eine Reliquie des seligen Engelbert Kolland eingesetzt, seit 1986 zweiter Patron der Pfarre im Tiroler Teil der Erzdiözese und einziger Märtyrer aus der Erzdiözese Salzburg. 

 

 

Zell am Ziller. Nach zwei arbeitsintensiven Jahren erstrahlt die spätbarocke Zeller Dekanatspfarrkirche, der Dom des Zillertales, in neuem Glanz – innen wie außen. Entsprechend wurde das gelungene Werk gefeiert. Erzbischof Lackner wurde mit einem „Landesüblichen Empfang“ begrüßt, einer einzigartigen Tiroler Tradition. Daran schloss der Festgottesdienst in der frisch renovierierten Kirche an. Ein Schwerpunkt dieser Sanierung war die Restaurierung der 26,5 m hohen Kuppel über dem Hauptraum der Kirche und der sechs Seitenaltäre sowie des marmorierten Hochaltares. Durch die neue Beleuchtungsanlage tritt nun der neue Glanz noch mehr zutage. Der aus Zell gebürtige frühere Diözesanarchitekt Mag. Peter Schuh  hat den neuen Zelebrationsaltar mit Ambo aus Kramsacher Marmor entworfen, in den bei der Weihe die Reliquien des in Ramsau geborenen Seligen Engelbert Kolland sichtbar eingearbeitet sind. 

In der Predigt legte der Erzbischof den Unterschied zwischen Segnung und Weihe dar und hob die Bedeutung einer Weihe hervor. Und er unterstrich, dass Zeiten der Renovierung, der Erneuerung einer Kirche auch Gnadenzeiten des Glaubens seien. Er erzählte dabei seine Erlebnisse bei der Renovierung der Kirche seines Heimatortes, bei der er selber mitgearbeitet hatte. Insbesondere erinnere er sich noch immer an die Predigt des Priesters bei der Wiedereinweihung: „Ihr jungen Männer dort am Zaun, wohin fürht euer Weg? – Dieses Wort hat mich getroffen“, so der Erzbischof. Dies sei der erste Anstoß gewesen, Gott wieder ein wenig mehr in sein Leben hinein zu lassen. Und habe letztlich dazu geführt, dass er einen geistlichen Weg eingeschlagen habe.

Finanzkammerdirektor Josef Lidicky dankte der Pfarre für den Mut, das umfangreiche Projekt einer Innen- und Außensanierung gewagt zu haben. „Dass diese Sanierung eine der prächtigsten Kirchen des ausgehenden Barock so gut gelingen konnte, ist einer harmonischen und leidenschaftlichen Symbiose aus Lehrenden und Lernenden zu verdanken, wobei sich nicht immer klar definieren ließ, wer gerade der Lehrer und wer der Lernende war“, machte er das – letztlich erfolgreiche – Miteinander aller Beteiligten deutlich. 

Dekan Ignaz Steinwender freute sich insbesondere, dass  bei der Kirchensanierung der geistliche Aspekt besonders berücksichtigt wurde. Man sei dabei mit größter Sorgsamkeit bemüht gewesen, vorhandene Schätze wieder zu heben und alles zu tun, damit die Botschaft, die das Gotteshaus enthalte, wieder neu zum Leuchten kommt. Denn die Kirche eines Ortes,  das Haus Gottes, sei die Seele der Pfarre.

Karl Roithinger

Bildtext: Der Altar ist das Herzstück jeder Kirche, merkte EB Lackner an und weihte den Zelebrationsaltar mit den Reliquien des seligen Engelbert.