Heil-Werden im Ordensspital

„Beziehung heilt“ – so lautet die Kernbotschaft der Ordensspitäler Österreich. Intensiv setzte sich eine Studie, die im Herbst 2016 durchgeführt wurde, mit der Seelsorge in den Krankenhäusern auseinander. 

Wien. Anfang Februar präsentierte ARGE-Leiter und Männerorden-Generalsekretär P. Franz Helm gemeinsam mit Studienleiter Chris-tof Harrich das Studienergebnis. Das Fazit: Seelsorge ist eine Schlüsselressource der Ordensspitäler. Anlass der Studie über die Seelsorge an heimischen Ordensspitälern war die Erarbeitung der Broschüre „Quellen der Kraft“, die Spiritualität als wesentliches Merkmal der Identität von Ordensspitälern für Patientinnen und Patienten genauso wie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugänglich macht. „Sie bildet einen Anknüpfungspunkt, worauf Seelsorge aufbauen kann“, betonte P. Helm.

Die Differenzierung und Spezialisierung der einzelnen Krankenhäuser bringe unbestritten große Vorteile für das Gesundheitswesen. „Wir sehen aber auch, dass oft ‚das Ganze‘ für den Patienten, die Patientin oder auch für die im Krankenhaus Tätigen nicht mehr spürbar wird“, merkte P. Helm kritisch an. „Doch Ordensspitälern geht es um integrales Heil-Werden der Menschen, um Gesunden an Leib und Seele.“ Gerade Seelsorgerinnen und Seelsorger hätten in diesem Zusammenhang eine ganz wichtige Funktion, weil sie für die Patientinnen und Patienten „einfach da“ wären und sie für den oft geschlossenen Alltag auf Weite und Tiefe hin öffnen würden. „Seelsorge ist damit das kirchliche Angebot an Menschen, sich ganzheitlich wieder zu finden“, so ARGE-Leiter Helm.

Schlüsselressource Seelsorge

„Seelsorge ist sicherlich die Schlüsselressource der Ordensspitäler, die allerdings manchmal noch zu wenig aktiv kommuniziert wird“, brachte Studienleiter Harrich vom Institut für Markenentwicklung Graz die Studie auf den Punkt. Es habe sich deutlich gezeigt, dass die Teams auf einem sehr hohen Professionalitätsniveau arbeiten und es neben ihrem Kernauftrag auch schaffen würden, christliche Werte und Rituale im Krankenhausalltag erlebbar zu machen. Harrichs Resümee: „Die Angebote für die Patientinnen und Patienten sind meist sehr vielfältig und tragen auch den Bedürfnissen von Menschen Rechnung, die zwar spirituell interessiert, aber kirchenfern sind.“

Foto (Ordensgemeinschaften Österreich): Christof Harrich (Institut für Markenentwicklung Graz) und P. Franz Helm (Generalsekretär der Männerorden) machten in einer Studie die Seelsorge als Schlüsselressource von Ordensspitälern aus.