Hilfe ist keine Einbahn

Von 0 auf 1.300 – das ist die beeindruckende Erfolgsstory der Halleiner Schule in Vadipatty in Zahlen. 1.300 Mädchen und Buben bekommen heute die Chance auf Bildung im südindischen Vadipatty, weil sie auf die Unterstützung aus dem Tennengau zählen können. Vor 25 Jahren hat der Arbeitskreis „Wir in der EINEN Welt der Pfarre Hallein“ die Schule aus der Taufe gehoben. Der Arbeitskreis selbst feiert heuer übrigens auch Geburtstag – seinen 45.

Hallein/Vadipatty.  Bei der Jubiläumsfeier der südindischen Schule war Dipl.-Ing.  Roman Anlanger, der  „Motor“ des Arbeitskreises „Wir in der EINEN Welt“ vor Ort in Vadipatty. „Es war ein Fest mit Tanz, Theaterstücken und vielen Reden“, berichtet Anlanger, der mehr als einmal hörte: Ohne die Halleiner Initiative gebe es keine „St. Charles School“ in Vadipatty. Der Ehrengast erlebte auch die Präsentation der drei Meter hohen Christusstatue auf dem Hauptgebäude, die ein „neues Kleid“ bekommen hatte. „Dieses bunte Anmalen ist nicht unbedingt unser Geschmack. Doch es entspricht weitgehend dem Lebensgefühl der Menschen im mehr als farbentollen Indien.“    

Mehr als nur finanzielle Unterstützung 

„Eine kleine Gruppe von Menschen kann die Welt schwer bzw. kaum verändern. Doch sie kann Einzelnen, Gruppen, Dorfgemeinschaften Hilfe in Not geben und dazu beitragen, dass das Leben lebenswerter ist.“ Diese  Sicht leitet den in der Pfarre Hallein beheimateten Arbeitskreis seit 45 Jahren. In Bolivien und vor allem in Indien wurden verschiedenste Projekte finanziert: Vom Bau einer Siedlung für alleinstehende Frauen und Kinder, Brunnenbauten bis zum Wiedereingliederungsprogramm von leprageheilten Mädchen und Wasseraufbereitung in einer Schule für Kinder mit Behinderung. Die Schule in Vadipatty ist das größte Projekt. „Nur möglich durch den immensen Fleiß und die Begeisterung vieler Menschen“, unterstreicht Anlanger, der auch festhält: „Die Tätigkeit des Arbeitskreises war nie nur finanzielle Hilfe, nie eine Einbahn. Reisen nach Indien und Gegenbesuche der Partner aus Bolivien und Indien förderten das Verständnis für den anderen und führten zu einer positiven Bewusstseinserweiterung.“

Warum die Kühe eine Mauer brauchen 

Zu richten, auszubauen und zu adaptieren gibt es in der Schule in Vadipatty immer etwas. So war die Freude groß, dass Roman Anlanger bei seinem Besuch zum 25-Jahr-Jubiläum einen Scheck über 7.500 Euro mitbrachte. Das nächste notwendige Bauvorhaben ist eine Mauer. Vor einem der Schulgebäude befindet sich eine große Wiese. Kühe und Ziegen grasen dort, Hunde tollen herum, Fahrzeuge werden abgestellt. „Im Interesse der Kinder soll diese Wiese nun ummauert werden, damit sie ohne Belästigung in den Pausen und im Sport rausgehen können“, erklärt Anlanger, der Förderer und Spender daher bittet, „bei der Stange zu bleiben und Vadipatty weiter zu unterstützen“. 

Wer noch beim Bau der „Mauer für die Kühe“ mithelfen möchte: Konto des Arbeitskreises bei der Salzburger Sparkasse AT30 2040 4060 0900 8285. Kontakt und weitere Infos: www.roman-anlanger.com          

Fotos (Anlanger): Indien  hat viele Gesichter. Einige hat Roman Anlanger vom Arbeitskreis „Wir in der EINEN Welt der Pfarre Hallein“ bei seinem jüngsten Besuch mit der Kamera eingefangen. Auch im Bild: Anlanger bei der Übergabe eines Schecks an die Halleiner Schule in Vadipatty.