Hoffnung für Christen im Irak

Hilfe. Die „Aktion Heimkehr“ baut für Christen in der nord-irakischen Ninive-Ebene eine Zukunft. Nun setzt auch die Diözese Linz ein Signal der Solidarität mit 100.000 Euro.  „Wir wollen den Christen vor Ort Hoffnung geben“, so Diözesanbischof Manfred Scheuer.

Linz/Nordirak. Die Hilfe für Karakosch sei im Zusammenhang mit der Sanierung am Linzer Mariendom zu sehen, wie Bischof Scheuer betonte. Parallel zu den Arbeiten an der eigenen Kathedrale wolle man sich am Wiederaufbau im Irak beteiligen. „Kirchenbau ist immer auch der Bau an einer lebendigen Gemeinde“, so der Bischof wörtlich. Die Hilfe zu Hause und in anderen Ländern würden einander nicht widersprechen, sondern einander ergänzen. 

Bereits seit einem Jahr sind die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV), Christian Solidarity International (CSI), die Initiative Christlicher Orient (ICO) und die Kardinal-König-Stiftung gemeinsam  in der „Aktion Heimkehr“ in der nordirakischen Ninive-Ebene aktiv. Die Organisationen helfen christlichen Flüchtlingen bei der Rückkehr in ihre vom IS verwüs-teten Dörfer und Städte. Bei der „Aktion Heimkehr“ stehen die Kleinstadt Telskof und das Dorf Baqofa im nördlichen Teil der Ninive-Ebene im Mittelpunkt. Die Hilfe der Diözese Linz soll den Christen in der Stadt Karakosch im südlichen Teil der Ebene zugute kommen. Im August 2014 mussten die mehr als 50.000 Bewohner von Karakosch  die Stadt verlassen, da IS-Terrormilizen einfielen. Die Infrastruktur und Kirchen wurden komplett zerstört. Im November 2016 eroberten irakische Truppen und schiitische Milizen die Stadt zurück. Inzwischen leben wieder mehr als 20.000 Christen in Karakosch. 

Pfarrzentrum entsteht 

Die „Aktion Heimkehr“ konnte schon einiges verwirklichen: Ein neu gegrabener Brunnen hat seinen Dienst aufgenommen und versorgt viele Menschen mit Trinkwasser. Nun wollen die Hilfsorganisationen auf ausdrücklichen Wunsch der Menschen vor Ort ein Pfarr-, Sozial- und Gemeindezent-rum in Telskof errichten. Telskof hatte vor der IS-Terrorherrschaft rund 8.000 Einwohner, inzwischen sind zwischen 5.000 bis 6.000 Menschen zurückgekehrt. Das Zentrum soll laut dem örtlichen Pfarrer Salar Bodagh zu einem Symbol für das Überleben des Christentums werden.  Spenden sind sehr willkommen: „Aktion Heimkehr“ von CSI/AKV, Kennwort „Christen in Not“, BIC: GIBAATWWXXX, IBAN: AT49 2011 1824 1397 6101.

Foto (Salar Bodagh): Der Bau des Pfarrzentrums in Telskof hat bereits begonnen. Es steht für das Überleben des Christentums im Irak.