Hundert und kein bisschen müde

Jubiläum. Käthe Hausdörfer feierte kürzlich ihren 100. Geburtstag in der Salzburger Dompfarre, mit der sie von Jugend an verbunden ist. Gratuliert haben unter anderem Weihbischof Hansjörg Hofer, Dompfarrer Roland Rasser und Salzburgs Bürgermeister-Stellvertreterin Anja Hagenauer. 

 

 

Salzburg. Der Dompfarrhof war bis zum letzten Platz gefüllt, die Stimmung ausgelassen, mit frischen gelben Tulpen in der Hand stand die Feiergemeinschaft der Jubilarin Spalier und beglückwünschte sie mit einem heiteren Geburtstagsständchen. „Menschen wie Ihnen verdanken wir es, dass es uns heute so gut geht. Dank Ihrem Durchhaltevermögen und Ihrer Standhaftigkeit über die schwierigen Zeiten hindurch“, bedankte sich Anja Hagenauer beim Geburtstagskind. Weihbischof Hansjörg Hofer betonte, dass er stolz darauf sei, eine 100-Jährige Jubilarin in der Dompfarre zu wissen, die seit jeher treu zu ihrer Pfarre steht. 

Käthe Hausdörfer, eine geborene Hermanseder, wuchs im Kaiviertel in der Stadt Salzburg auf. Sie ging in der Griesgasse in die Volksschule, dann in die Hauptschulen Goldenstein und Stift Nonnberg und schließlich in die Handelsschule. Gearbeitet hat sie zuerst beim Stoffgeschäft Molitor in der Getreidegasse, anschließend kümmerte sie sich um die Buchhaltung im elterlichen Betrieb – der Getränkeerzeugung Hermans-eder. 1944  heiratete Hausdörfer und machte mit ihrem Mann ein Steuerberatungsbüro auf. Nach dem Tod ihres Mannes führte sie das Geschäft fünf Jahre alleine fort und arbeitete noch bis zu ihrer Pensionierung bei einem Kollegen, der ihr Büro übernommen hat.

„Wir haben über Generationen hinweg ein enges Verhältnis zur Dompfarre. Ich gehe nach wie vor einmal im Monat zur Seniorenrunde in die Pfarre, das ist eine nette Gemeinschaft“, erzählt Hausdörfer. An ihre Kindheit erinnert sich die Jubilarin trotz bitterer Armut gerne zurück: „Das Aufwachsen war eine schöne Zeit. Das Kaiviertel gehörte uns. Die Gassen waren unser Spielplatz. Wir kannten alle Häuser, alle Leute.“ Das Leben heute sei unpersönlicher, die Menschlichkeit weniger geworden, beklagt die Hundertjährige.

Auf die Frage, wie man 100 Jahre alt wird, weiß Hausdörfer eine einfache Antwort: „Nicht zu viel essen, vernünftig leben und das Leben so nehmen, wie es kommt.“ Sie liest nach wie vor gerne und viel, pflegt ihre Freundschaften, liebt ihren ober-
österreichischen Garten, ist  spontan und nachtaktiv. Über ihr Leben resümiert sie: „Obwohl es ein bewegtes Jahrhundert war, habe ich ein glückliches, behütetes Leben gehabt. Wir wurden liebevoll und im Glauben erzogen – der Glaube hat mir viel Kraft gegeben. Ich habe keine Schuldgefühle, nichts das ich bereuen müsste.“   

Foto: Freude. Die Jubilarin Käthe Hausdörfer in geselliger Runde bei ihrer Geburtstagsfeier in der Dompfarre Salzburg.                                                           

Foto: RB/ihi