„Ich trage gern Verantwortung“

Armin Baldauf ist Pfarrgemeinderat in Kleinarl. Vor genau zehn Jahren wurde er gefragt, ob er für den Pfarrgemeinderat in seiner Heimatpfarre kandidieren möchte. 

Kleinarl. Ausgerechnet am Montag, 13. Februar, telefonierte ich mit dem Kleinarler; es ist sein Geburtstag und in gewohnt freundlicher Weise meint er: „Das ist schon in Ordnung. Außerdem haben mich der Kleinarler Pfarrer und eine Pfarrgemeinderätin genau vor zehn Jahren, also genau genommen einen Tag nach meinem Geburtstag gefragt, ob ich als Pfarrgemeinderat kandidieren möchte.“ 

Armin Baldauf ist seit Kindheit an Kirche und Pfarre interessiert, er nimmt Verantwortung und Gemeinwohl sehr ernst. Ein Wendepunkt war sein 18. Geburtstag, daran erinnert er sich noch genau: „Ich wurde volljährig. Diesen Tag erwartete ich natürlich mit großer Sehnsucht, weil ich wusste, dass ich ab diesem Zeitpunkt selbstständige und unabhängige Entscheidungen treffen kann, aber ich musste für mein zukünftiges Leben auch persönlich die volle Verantwortung übernehmen.“

Einige Pfarrmitglieder in Kleinarl hatten vor zehn Jahren Armin Baldauf als Kandidaten auf die Liste geschrieben, jetzt musste er nur mehr gefragt werden und zustimmen, für fünf Jahre die Interessen der Pfarrbevölkerung im Pfarrgemeinderat zu vertreten. „Ich habe mich sehr über diese Anfrage gefreut, jetzt also übernahm ich in der Pfarrgemeinde Verantwortung genau in dem Sinn, in dem ich das immer tun wollte.“

Mit Menschen ins Gespräch kommen

Als im Mai in Linz das Fotoshooting für die Pfarrgemeinderatswahl über die Bühne geht, ist der Kleinarler auch wie selbstverständlich mit dabei, wenn es um die Fragen von Verantwortung und Teilhabe geht. „Ich komm gut zurecht, danke, ich nehme den Lift!“, mit diesen Worten zeigte der junge Mann einmal mehr, dass er nur einen barrierefreien Zugang zu Räumen braucht, um mit dabei zu sein.  „Ich arbeite gern für die Kirche in Österreich und nehme gern an Vernetzungstreffen teil: Im Pfarrblatt berichte ich dann davon und freue mich, wenn ich mit Menschen über diese Impulse ins Gespräch komme.“

Das Wahlmotto der Wahl 2017 „Ich bin da.für“ gefällt ihm sehr, denn schon lange interessiert er sich für den Glauben und fürs Farbebekennen: „Der Glaube und das kirchliche Leben insgesamt haben ja in meinem Leben schon sehr früh eine wichtige Rolle gespielt. Ich habe die Schülermessen sehr konsequent mitgefeiert, war begeistert vom Religionsunterricht, die Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung haben mir neue Facetten des Glaubens eröffnet. Weitere Stationen auf meinem Glaubensweg waren unter anderem das Kennenlernen der Biografie des seligen Franz Jägerstätter und der Hörerfamilie von Radio Horeb.“ 

Wenn sich Armin Baldauf zu Wort meldet, dann überlegt und bescheiden: Er habe schon gestaunt, dass man ihn im Pfarrgemeinderat haben wolle, schließlich sei er bis dahin zwar ein so genannter Kirchgänger, Gottesdienstteilnehmer, gewesen, doch habe er schon gewusst, wie viel Erfahrung die anderen Pfarrgemeinderätinnen und -räte haben. „Ich war wirklich stolz und glücklich darüber, dass man mir so viel Vertrauen schenkte. Mir war bewusst, wie viel Verantwortung der Pfarrgemeinderat übernimmt und über fünf Jahre hindurch auch trägt. Mitdenken, mitreden, mitgestalten und mitentscheiden – das sind die wichtigsten Aufgaben und die wollen gut bewältigt sein.“ 

Der Pendler im Pfarrgemeinderat

Armin Baldauf lebt aktuell in Linz, ist aber fest verbunden mit seiner Heimatpfarre und erzählt von seinem Pendeln: „Während die anderen PGR-Mitglieder ständig vor Ort sind, um kirchliche Feste und Veranstaltungen der Pfarre vorzubereiten und durchzuführen, lebe ich in Linz und versuche von der Stadt aus, meinen Teil beizutragen.“ 

Foto: Mitdenken, mitreden, mitgestalten und mitentscheiden. Darauf meint Armin Baldauf kommt es im Pfarrgemeinderat an. Der Kleinarler stellt sich gerne diesen Aufgaben.