Ihr Werk lebt weiter

Herlinde Moises. Im kolumbianischen Pasacaballos sind die Spuren von Herlinde Moises Wirken überall sichtbar.  Vor kurzem jährte sich der Todestag der aus Bad Hofgastein gebürtigen Missionarin zum zehnten Mal.  In ihrer Stiftung gedachten MitarbeiterInnen und Freunde Madre Herlinda, wie sie in ihrer zweiten Heimat Kolumbien liebevoll genannt wird. 

Pasacaballos/Salzburg. Anfang der 1950er Jahre gingen Maria Herlinde und Margaretha Moises als Franziskanerinnen nach Kolumbien. Bewegt durch das Elend der Menschen wurde ihre Mission schnell zu einem Einsatz für die Armen und Ausgegrenzten. Selbst Drohungen und Verhaftungen konnten die beiden Frauen nicht von ihrem Weg abbringen. 

Auf den Spuren von Herlinde Moises

Maria Herlinde Moises hat Ende der 50er Jahre damit begonnen, das Leben der Menschen im Küstengebiet der Bucht von Cartagena nachhaltig zum Besseren zu verändern.  Im Jahr 1965 gründete sie schließlich in Pasacaballos die Sozialchristliche Stiftung (FUNSCRI), die heute nach ihr benannt ist: Fundación Madre Herlinda Moises. „Wir werden sie nie vergessen“, betont Heydi Go-mez. Sie trägt wie all die anderen im Team der Stiftung dazu bei, dass der Dienst für die Ärmsten und Bedürftigen weitergeht. „Zur Ehre Gottes und zum Wohle der Menschen“, heißt es im spirituellen Testament von Herlinde Moises. Das lebt die Fundación in verschiedenen Bereichen: Kultur, Bildung und Umwelt, Gesundheit, soziale Entwicklung und Pastoralarbeit. 

In Pasacaballos findet sich kein Entwicklungsprojekt, an dem Maria Herlinde nicht mitgewirkt hat. Die Bibliothek, das Krankenhaus, der nach ihr benannte Stadtteil, die Tanzgruppe für Kinder und Jugendliche oder der Fußballverein. SEI SO FREI Salzburg unterstützt diese Arbeit seit langem. Vorsitzender Helmut Dachs hat die Bad Hofgasteinerin gut gekannt. „Für mich war sie bis zuletzt von ihrem missionarischen Auftrag durchdrungen, der Bevölkerung von Pasacaballos und in den Umlandgemeinden zu ihren Rechten zu verhelfen. Die Entwicklung ihrer Fundación würde sie, auch dank ihrer Schwester Margaretha, sehr positiv beurteilen.“  Margaretha Moises sagt dazu: „Ich bin dankbar. Meine Schwester betonte immer: Wir dürfen nie den Glauben an Gott und die Freude an den Menschen verlieren; werden wir enttäuscht, müssen wir verzeihen.“  Wenn sie durch Pasacaballos gehe, da merke sie: „Herlinde ist nicht weg. Auch die Leute meinen: Ihr Geist lebt weiter. Sie war sehr um die Kinder bemüht und gründete Schulen. Jetzt gibt es sogar eine Schule, die ihren Namen trägt, die Escuela Madre Herlinda.“

Die Kinder waren Maria Herlinde ein Herzensanliegen. „Ihre Tür war stets offen. Sie war wirklich wie eine Mutter. Sie hat immer betont, dass ich etwas im Leben erreichen kann. Ich müsse nur mit Leidenschaft dahintersein“, erinnert sich Samira, die jetzt die Kinder in der Volksschule nach dem Vorbild der Madre erzieht. 

Verehrt und nicht vergessen 

Für ihr Engagement erhielt Maria Herlinde Moises zahlreiche Ehrungen wie das Erzbischof-Eugenio-Biffi-Kreuz, die höchste Auszeichnung der Erzdiözese Cartagena. 1982 ging der Romero-Preis von SEI SO FREI, der entwicklungspolitischen Aktion der Katholischen Männerbewegung Österreich, an die Missionarin, von der heute die Menschen in Kolumbien „als Heilige von Pasacaballos“ sprechen. 

Bild (Fundacion): Mehr als ein halbes Jahrhundert wirkte Maria Herlinde Moises in Pasacaballos in Kolumbien. Am 20. November 2016 jährte sich der Todestag der Missionarin zum zehnten Mal.