Im Alltag danken nicht vergessen

Die Weihe der renovierten Kirchenorgel durch Erzbischof Dr. Franz Lackner war Höhepunkt des heurigen Erntedankfestes.

Anthering. Zur Feier mit dem Oberhirten waren zahlreiche Gläubige – darunter Vertreter der politischen Gemeinde und Abordnungen der lokalen Traditionsvereine – gekommen. „Vieles in unserem Leben nehmen wir als selbstverständlich hin und vergessen den Dank“, sagte Erzbischof Lackner in der Predigt. Dabei sei uns fast alles geschenkt – nicht selbst gegeben. Diese Erkenntnis könne die Menschen entlasten, weil sie den Druck nehme, sich selbst glücklich machen und den Sinn des Lebens finden zu müssen. „Um wahrhaft danken zu können, brauche es jedoch den Glauben“, so Lackner weiter. Ob man glaube oder nicht, hänge davon ab, ob man den Glauben in sich zulasse. „Tief im Herzen will der Mensch glauben, hoffen,Gutes tun und für all das auch Danke sagen.“

Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst vom Antheringer Kirchenchor und der Kirchenorgel, die im vergangenen Jahr gereinigt, nachintoniert und gründlich gestimmt wurde. Erzbischof Franz Lackner weihte die sanierte Orgel und betonte: „Sie ist die altehrwürdigste und treueste Begleiterin des Gottesvolkes beim Gottesdienst.“

Erntedank – Fest mit Tradition

Der Erntedank gilt Gott für die Erde und ihre Früchte, für die Fülle an Früchten und Nahrungsmitteln, die er schenkt. Die Idee des Erntedankfests reicht in vorchristliche Religionen zurück. Schon im Judentum und in römischen Religionen feierte man im Herbst die lebensnotwendigen, reichen Gaben der Erde. Im Judentum wird beim Laubhüttenfest Gott für die eingebrachte Ernte gedankt. Es wird Ende September, Anfang Oktober, begangen. Das bei uns verbreitete Erntedankfest geht vermutlich auf römisches Brauchtum zurück, das bereits um das dritte Jahrhundert übernommen wurde. 

Getreide, Früchte, Gemüse, Blumen und Brot werden zum Altar gebracht und gesegnet. In manchen Pfarren werden die gesegneten Speisen an Bedürftige weitergegeben. Neben dem Korn sind die Trauben ein wichtiger Bestandteil der Erntedankgaben. Sie verweisen auf den Wein, den Jesus beim Letzten Abendmahl verwendete, ja sie symbolisieren Jesus selbst, der in jeder Messfeier gegenwärtig ist.   Kurt Sonneck

 

Bildext: Erzbischof Lackner feierte mit den Antheringern Erntedank und weihte die renovierte Orgel der Maria-Himmelfahrt-Pfarrkirche. Foto: Sonneck