Im Gartenbeet

Quälgeist im Garten

 

In meiner Jugend hasste ich Gärtnern. Meine Mutter teilte mich immer zum „Unkrautzupfen“ ein.

Sie düngte mit Blaukorn, der Rasen war englisch. Mama hatte viel Arbeit im Garten. Eines Tages kam es zur Invasion der Spanischen Wegschnecke. Mein Vater musste sie einsammeln und vernichten. Trotzdem wurden die Nacktschnecken nicht weniger. Seitdem ich 2014 den „Natur Coach“-Lehrgang am LFI absolviert habe, denke ich vor dem Hintergrund des erarbeiteten Wissens über Natur anders darüber nach, was mir das massenweise Auftreten der Spanischen Wegschnecke und die Vernichtung der Gemüse- und Obsternte durch viele, kleine, langsam kriechende Tiere über das ökologische Gleichgewicht in meinem Garten und um ihn herum sagen soll.


Seit kurzem pflege ich zum ersten Mal einen Garten. Bis jetzt habe ich eine Spanische Wegschnecke unter einem Rhabarbarblatt gefunden. Den Tigerschnegel, den ich auf der Straße entdeckte, trug ich behutsam ins Gemüsebeet. Rund ums Beet wächst die Kräuterwiese manchmal etwas höher, im Beet wächst nichts in Reih und Glied. Neben stark riechenden Gartenkräutern wie Rosmarin, Thymian und Lavendel finden sich auch Wildkräuter wie Gundermann, Vogelmiere, Schafgarbe, Spitzwegerich. Das ehemalige „Unkraut“ landet fein gehackt in kleinen Mengen im Salat. Der rote Fingerhut wächst neben der Lupine und schützt sie mit seinem Gift vor dem Gefressenwerden durch die Schnecken. Ab und zu esse ich die Blätter der „Fetten Henne“, die mir hervorragend schmecken, den Schnecken aber nicht. Es muss nicht immer grüner Blattsalat sein. Interessanterweise fressen Schnecken auch nicht die Blätter der Asia-Salate und die roten Blattsalate, da sie mehr Bitterstoffe enthalten.

 

Bild: Dr. Nadja Lobner arbeitet als Erwachsenenbildnerin und Natur-Coach. Infos: gabrielsgarten.jimdo.com.