Im Gartenbeet

Platz für alle Menschen

Warum Gemeinschaftsgärten wichtig sind! Christina Pürgy vom „Stadtteilgarten Itzling“ hat dazu einen unorthodoxen Spruch parat: Dumme rennen, Kluge warten, die Weisen gehen in den Garten.
Der „Stadtteilgarten Itzling“ bietet Platz für alle. Seit 2008 gärtnern in unmittelbarer Nähe des „ABZ – Haus der Möglichkeiten“ Menschen aller Religionen und aller Altersgruppen miteinander. Aber was unterscheidet diesen interkulturellen Gemeinschaftsgarten von einem „normalen“ Schrebergarten?
Interkulturelle Gemeinschaftsgärten möchten, dass Menschen wieder intensiven Kontakt mit der Natur und anderen Menschen erleben können. Denn oft erleben wir den Alltag als einseitig, wenig veränderbar, konkurrenzgeprägt – im Stadtteilgarten entdecken wir uns wieder als komplette und vielfältige Personen. Selbstbestimmter, kooperativ und mit unterschiedlichen Talenten ausgestattet. Was jemand nicht kann, liegt vielleicht jemandem anderen besonders (am Herzen). Manche Dinge funktionieren gut im Alleingang, andere Arbeiten brauchen eine ganze Gruppe an Mithelfenden.

Heilsames aus dem Garten

Natürlich gibt es Meinungsverschiedenheiten. Wie, wann, wo etwas (nicht) getan werden soll zum Beispiel. Und ja, manchmal sind es die kulturellen Unterschiede – aber nicht woher wir kommen, sondern mehr noch wie wir unser Leben führen, welche Zeit uns geprägt hat und ob wir zufrieden sind oder uns zu viele unrealisierbare Sehnsüchte plagen. Und da ist so ein gemeinsamer Garten schon was sehr Heilsames! Zu sehen und sich darüber auszutauschen, dass am Ende des Tages alle mal was ernten oder etwas an Schädlinge verlieren und dass der sonst so schweigsame Griesgram ruckzuck das Tor repariert hat.

Mag. Christina Pürgy ist hauptamtliche Gemeinschaftsgarten-Koordinatorin in der Stadtteil- & Kulturarbeit ABZ Itzling.