„Im Herzen bin ich Gastgeberin“

Maria Schwarzmann, Pfarrgemeinderatsobfrau in der Pfarre St. Josef in Hallein-Neualm, weiß zu organisieren. Sie weiß auch, dass ein Projekt nur dann gelingt, wenn alle Beteiligten von Anfang an mit dabei sind. Und das nicht pro forma, sondern mit allen Ecken, Kanten, Wünschen und Visionen.

Hallein-Neualm. Neun Pfarrgemeinderätinnen und -räte arbeiten in der Pfarre St. Josef in Hallein-Neualm zusammen und sind da, für die Menschen in diesem Stadtteil von Hallein und weit über seine Grenzen hinaus. „Lange, bevor ich mit meiner Familie nach Neualm gezogen bin, waren wir hier von der Liturgie so begeistert, dass wir die längere Anfahrt zum Gottesdienst in Kauf genommen haben. Jetzt sind wir nach Puch übersiedelt, meine Pfarre ist und bleibt aber Neualm.“

Multifunktionales Pfarrzentrum 

Wenn hier sich jemand erkundigt „Wer hat denn am Samstag den Gottesdienst?“, dann muss der Fragesteller gut zuhören und warten können. Denn es könnte schon der Gottfried  sein, vielleicht aber auch die Inge, nein, es ist die Lotte. Das ist nicht der Ausdruck von Chaos, ganz im Gegenteil, es ist der Ausdruck eines Miteinanders, eines Einstellens auf die gemeinsame liturgische Feier und das erfrischende Bewusstsein derer, die die Liturgie vorbereiten. Der Ort, an dem die Gemeinde den Gottesdienst feiert, ist multifunktional. Da treffen sich die Seniorinnen und Senioren, die jungen Mütter zu ihrem Gruppentreff, hier werden Wahlen und Bürgerversammlungen abgehalten.

„Es wird gelingen, ich bin zuversichtlich“

„Das Pfarrzentrum ist zugleich das Kultur- und Begegnungszentrum Neualms: junge Familien, unterschiedliche Milieus, unterschiedliche Kulturen und Religionen – wir Katholiken sind übrigens hier weit in der Minderzahl – prägen den Stadtteil und das Miteinander. Allen Verantwortlichen ist ja bewusst, dass wir 30 Jahre nach der Errichtung sanieren müssen. Klar war auch immer die Zielrichtung: Es geht um einen Umbau und keinen Neubau des Pfarrzentrums. Und so hat sich der Sakralraum-Kreis gebildet: Wir suchten gemeinsam mit den Verantwortlichen der Erzdiözese nach Künstlern, die mit uns gemeinsam das Projekt entwickeln. Und so fing alles an, ausgehend von der Idee der Gründer der Pfarre: Was sagt uns die alte Linde vor dem Pfarrzentrum heute? Welche Funktion hatte die Dorflinde einst? Welche Funktion geben wir ihr heute?“ 

Früher haben sich die Menschen rund um die Dorflinde versammelt, dort haben sie Gemeinschaft gebildet, über den Alltag und damit auch über Gerechtigkeit, das gute Leben und ein gutes Miteinander geredet. „Wir als Pfarre wollen hier ein gutes Miteinander von den Hierseienden und den Ankommenden schaffen; uns liegt Generationenfrieden am Herzen: Das sind große Ziele, ich weiß, aber ich kenne auch die Pfarrmitglieder und deren Engagement – es wird gelingen, da bin ich sehr zuversichtlich.“

Maria Schwarzmann arbeitet seit 18 Jahren in St. Virgil Salzburg im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, ist zudem zuständig für die Kulturreisen des Bildungshauses. 

Mit ihrer Grundausbildung im Tourismus bringt sie ein solides Fundament in ihr Ehrenamt als Pfarrgemeinderatsobfrau mit: Sie weiß, was Menschen brauchen und wollen. Sie weiß auch, wie man improvisiert und sie merkt sofort, wenn etwas nicht rund läuft. Sie will zufriedene Gäste, in St. Virgil und im Pfarrzentrum St. Josef. „Wir haben gemeinsam mit dem Pongauer Künstler Willi Scheruebl die Rolle der Linde vor dem Haus ergründet und in unsere Umbaupläne integriert. Wir haben uns mit den Sinus-Milieus auseinander gesetzt und den Manager des Europarks zu einem Gespräch getroffen. Wenn wir anstehen, beten wir: So, Heiliger Geist, jetzt bist du dran.“ 

Altes und Neues verbinden

Wenn im Herbst der Umbau des Untergeschosses und damit der erste Abschnitt des Bauvorhabens beginnt, wird der Pfarrgemeinderat durchschnaufen. Maria Schwarzmanns Blick in die Zukunft: „Ich kandidiere wieder für den Pfarrgemeinderat: Erstens bringe ich zu Ende, was ich beginne und zweitens arbeite ich gern mit und für die Menschen in Neualm. Ich bin da, für die Verbindung von Altem und Neuem, im Bauen und im Verbinden der Generationen. Wir haben einen Weisenrat gegründet, wir achten und hören aufeinander. Das ist unsere Botschaft als Christen und Christinnen und das soll die Formensprache des Pfarrzentrums auf den ersten Blick ausdrücken: Willkommen! Hereinspaziert!“.

Bild (Christina Repolust): Ein gutes Miteinander wünscht sich Maria Schwarzmann für ihre Pfarre Hallein-Neualm. Über den Tellerrand schaut die PGR-Obfrau, wenn es um den Umbau des Pfarrzentrums geht.