In Aleppo spitzt sich die Situation zu

„Es ist so schlimm wie lange nicht mehr. Hunderte Bomben und Raketen gehen nieder“, berichtet die in Aleppo tätige armenische Ordensfrau Sr. Annie Demerjian. Mit Blick auf das orthodoxe Osterfest am 1. Mai habe jemand zu ihr gesagt: „Überall auf der Welt bekommen die Kinder zu Ostern Geschenke. Hier bekommen sie Särge.“

Aleppo. Der Krieg in Syrien hat Christen und Muslime in der umkämpften Stadt Aleppo zusammengeschweißt. „Die Muslime akzeptieren uns wegen unserer karitativen Arbeit. Wir helfen ohne Ansehen der Religion“, sagt der chaldäisch-katholische Bischof von Aleppo und syrische Caritas-Präsident Antoine Audo. Inzwischen seien allerdins zwei Drittel der einst 150.000 Christen aus der Handelsmetropole geflohen.

Durch die seit Mitte April erneut aufgeflammten Kämpfe ist die Lage der Menschen allerdings verheerend. Seit dem 23. April sind mehr als 1.300 Granaten und Raketen in der Stadt eingeschlagen, die zahlreiche Menschen getötet und verletzt haben und schwerste Schäden in der ohnehin schon seit langem leidgeprüften Stadt verursacht haben, berichtet Stefan Maier, Leiter der Auslandshilfe der Caritas Salzburg und Nahost-Koordinator der Caritas Österreich. An einem einzigen Tag, dem 28. April, wurden mehr als 40 Personen durch den Beschuss getötet und über 400 verletzt. Bei den Luftangriffen wurden auch zwei Krankenhäuser getroffen, wobei es zahlreiche Opfer gab, darunter auch medizinisches Personal. Unter anderem soll dabei auch der letzte noch in der Stadt lebende Kinderarzt getötet worden sein.Medikamente, Blutkonserven und sonstiges Material werden knapp.

Der Bischof macht für den Beschuss vor allem Kämpfer des so genannten „Islamischen Staates“ und der Al-Nusra-Front verantwortlich. Diese Gruppen würden aus dem Ausland finanziert und kämen nicht aus Syrien.

„Mit einem Euro Wunder wirken“

Unter diesem Motto bittet die Caritas Salzburg um Spenden für syrische Kriegsopfer. Eine „1-Euro-am-Tag-Patenschaft“ ermögliche es, in Syrien und im Libanon langfristig Einrichtungen zu finanzieren, „die vor allem den vom Krieg am stärksten Betroffenen zugute kommen, den Kindern“. Info: www.caritas-salzburg.at
kap

„Ständig fahren Pick-ups am Caritas-Büro vorbei, deren Ladeflächen mit Verletzten oder Toten überfüllt sind, die meisten davon Kinder“, berichtet Hanan Bali, die Projektkoordinatorin der Caritas Aleppo. Foto: Maier