In Zeiten von Corona sind Pfarren für alle da

Kein Stop für die Seelsorge

SALZBURG, TIROL. Während das gesellschaftliche Leben in der Erzdiözese, dem Land und auf der Welt insgesamt pausieren muss, treibt die missionarische Pastoral neue Blüten. Vieles verlagert sich ins Internet. Manche Pfarren haben weniger digitale, doch ebenso hilfreiche Ideen. Und manche müssen ganz umplanen.

Tiefe Einschnitte in das religiöse Leben, hoch aktive Pfarren in der ganzen Erzdiözese: Erste Sozialkreise haben begonnen, Einkäufe für Ältere zu übernehmen. Die Pfarre Henndorf etwa ist auch sensibel dafür, dass es sich längst nicht alle leisten können, kleinere Vorräte (weit weg von Hamsterkäufen) anzulegen. „Deshalb überlegen wir, im Pfarrhof ein paar wichtige Dinge einzulagern“, sagt PGR-Obmann Simon Ebner. Unterstützung kommt vom Verein „Henndorfer für Henndorf“. Ebner: „Wir verleihen auch das Gotteslob für zu Hause, inklusive ‚Bedienungsanleitung‘.“ Geschrieben hat diese Josef Rupprechter, Rupertusblatt-Lesern als „Maxl“ bekannt. So seien die Leute für das Beten ausgerüstet, solange keine Gottesdienste für alle stattfinden können.


Apropos Gebet: Seine Pfarrfamilie lädt Stanislav Gajdoš in Bramberg ein, eine Gebetskette zu bilden. Wie, erklärt der Priester auf der Pfarr-Homepage und auf Zetteln in der Kirche. Die Benediktinerinnen am Nonnberg in Salzburg beten indes für Erkrankte, Ärztinnen, Pfleger, alle, die Angst haben oder in Coronazeiten helfen.

Seminaristen als unfreiwillige Köche

Besondere Zeiten erfordern besondere Methoden. Das spüren derzeit auch die Männer im Priesterseminar am Salzburger Markartplatz. Während draußen die Magnolien rosarote Frühlingsgrüße absetzen, lernen die Priesteramtsanwärter Ungewohntes: kochen. Denn das Küchenpersonal ist zum Schutz nicht mehr im Haus. „Für manche von uns ist die neue Aufgabe eine Überwindung, aber lehrreich für das spätere Leben“, berichtet Seminarist Johannes Lackner.
Was die Herren um Regens Tobias Giglmayr bereits gut können, ist beten und Gottesdienst feiern. Deshalb kommen Stundengebet und Messen täglich über YouTube und Facebook auf die Bildschirme von Interessierten. So wolle man den Menschen auch in Zeiten des Coronavirus vom Glauben erzählen und damit Kraft und Hoffnung schenken.