In Zukunft investieren

Die ICO unterstützt Bildungseinrichtungen im Libanon

Linz/Beirut. Kinder sind die Zukunft jedes Landes und „die Hilfe für Kinder ist die beste Investition in die Zukunft einer Gesellschaft“, ist ICO-Projektkoordinator Stefan Maier überzeugt. Eines der Schwerpunktländer der Initiative Christlicher Orient ist der Libanon und die Unterstützung von Ordensgemeinschaften, die sich im Bildungsbereich engagieren.  

Im Libanon, einem Land, das so groß ist wie Tirol, leben rund sechs Millionen Menschen, davon sind zwei Millionen Flüchtlinge. „Die wirtschaftliche Lage ist schon lange angespannt und verschärft sich seit dem Flüchtlingsandrang aus Syrien immer weiter“, berichtet Stefan Maier nach einem Projektbesuch im Zedernstaat. Die libanesische Bevölkerung fühle sich von der Welt vergessen, als hätten sie alleine die Folgen des Syrienkrieges zu tragen. „Viele Leute haben ihren Job verloren, da sich stets ein Syrer findet, der für weniger Lohn arbeitet.“ Mit den Auswirkungen haben auch die kirchlichen Schulen zu kämpfen. „Familien können sich den Schulbeitrag nicht mehr leisten.“ Schwester Marie Harika, die junge Oberin einer Schule in Baskinta bestätigt, dass es regelmäßig Anfragen von Eltern nach einer monatlichen Ratenzahlung gebe. Und oft genug bleibe das Geld überhaupt aus. Dazu komme, dass die Regierung ein Gesetz verabschiedet hat, das den Verdienst für das Lehrpersonal verdoppelte. Das sei an und für sich eine gute Sache, so Maier, „doch die Orden können diese finanzielle Zusatzbelastung kaum stemmen“. Als Schulträger müssten sie die Gehälter aus eigener Tasche bezahlen. „Kommen dann noch notwendige Anschaffungen oder Reparaturen dazu, ist das ohne Hilfe aus dem Ausland unmöglich.“ Auf staatliche Subventionen sei kein Verlass. „Im Augenblick warten sie in Baskinta auf die Auszahlung für 2015/16.“ 

Ordensschulen sind offen für alle Kinder  

Baskinta liegt in den Bergen. Der Winter zeigt regelmäßig seine frostige Seite. Umso glücklicher ist Direktorin Sr. Marie über die Übernahme einer Heizölrechnung durch die ICO. Sie hat zusammen mit Ökonomin Sr. Mona Cobani Stefan Maier von einem Traum erzählt: einer Photovoltaikanlage. „Damit könnten wir die Stromrechnung um 90 Prozent reduzieren.“ Der ICO-Projektleiter nimmt das Anliegen mit nach Österreich. Er weiß aber auch, im Libanon gibt es für das Hilfswerk noch weitere „Baustellen“. 

Neben Schule und Internat der Barmherzigen Schwestern von Besançon in Baskinta unterstützt die ICO Häuser der Schwestern vom Guten Hirten und der Jesuiten. Gemeinsam haben alle, dass sie Kinder aufnehmen, die aus schwierigen sozialen Verhältnissen stammen. Können Eltern kein Schulgeld zahlen, ist das kein Auschlussgrund genauso wenig wie Herkunft oder Religion. In den kirchlichen Schulen drücken christliche und muslimische Kinder nebeneinander die Schulbank. Libanesische Mädchen und Buben lernen gemeinsam mit Flüchtlingskindern aus Syrien. 

Foto: Direktorin Sr. Marie Harika mit einer Kinderschar, die in der Schule und Internat der Schwestern von Besançon gut aufgehoben ist und hier fürs Leben lernt. / Foto: RB/Stefan Maier

 

Hintergrund

Die Tätigkeit als ICO-Projektkoordinator führt Stefan Maier zu seinen Wurzeln zurück. Er ist mit Professor Hans Hollerweger Gründungsmitglied  der Initiativgruppe „Christlicher Orient“,  aus der in der Folge das heutige Hilfswerk ICO entstanden ist. Maier kennt den Nahen Osten aus mehr als 100 Projektreisen – lange als Leiter der Auslandshilfe der Caritas Salzburg. Mit einem großen Erfahrungsschatz ausgerüstet, stellt sich Maier jetzt den Herausforderungen bei ICO. „Einer der Schwerpunkte der Initiative Christlicher Orient sind der Libanon und die Unterstützung von Ordensgemeinschaften, die sich hier im Bildungsbereich engagieren. Im Nordirak arbeiten wir an Projekten für den Wiederaufbau mit, unsere Partner sind hier vor allem Pfarrgemeinden“, berichtet Maier.     

Weitere Infos unter www.christlicher-orient.at. Spenden: IBAN  AT42 5400 0000 0045 4546; BIC  OBLAAT2L