In Zukunft noch mehr gemeinsam

Die Kirchen und Religionsgesellschaften wollen beim konfessionellen Religionsunterricht noch stärker kooperieren und bauen da-bei auf bestehende Modelle auf. Das ist das Ergebnis eines Studientages über Zukunftsperspektiven.

Wien. Auf Initiative des katholischen Schulbischofs Wilhelm Krautwaschl tauschten sich erstmals Spitzenvertreter der Kirchen und Religionen mit Experten aus. Der konfessionelle Religionsunterricht habe in Österreich „eine hohe Akzeptanz und eine bewährte rechtliche Basis“, so der Bischof. Gleichzeitig wollen die Kirchen „aktiv auf die Veränderungen zugehen“, die durch die Pluralisierung der religiösen Landschaft und demographische
Faktoren entstünden. Im urbanen Bereich komme es daher immer öfter zu Situationen, wo es „standortspezifische Lösungen“ brauche amit der konfessionelle Religionsunterricht schulorganisatorisch überhaupt durchgeführt werden könne. Die Antwort darauf sei eine verstärkte Kooperation der Kirchen, wo sie möglich und sinnvoll sei.

Wie stark bereits jetzt schon über konfessionelle Grenzen hinweg der Religionsunterricht möglich ist, wurde anhand konkreter Projekte in Wien deutlich. 

Kooperation der Konfessionen

Gemeinsam mit der evangelischen, altkatholischen und orthodoxen Kirche wurde in Wien das Projekt eines „dialogisch-konfessionellen Religionsunterrichts“ (dkRU) an 29 Schulen gestartet. Mit Zustimmung von Eltern, Schülern, Schule und Kirchen werden dabei Kinder gemeinsam unterrichtet. Dies kann in Form von Teamteaching erfolgen, unterbrochen von getrennten Unterrichtsphasen, oder auch nur durch einen einzigen Lehrer für alle. 

„Im Mittelpunkt steht die Kooperation christlicher Konfessionen“, erläuterte die Wiener Schulamtsleiterin Andrea Pinz. Das Projekt inszeniere konfessionelle Differenz, „um in der Begegnung das konfessionell Eigene ins Bewusstsein zu bringen und ein Miteinander und eine Gemeinschaft mit dem anderen einzuüben“. Der Vorteil für kleine Kirchen sei, dass damit Kinder überhaupt erst die Möglichkeit eines Religionsunterrichts haben. Darüber hinaus stärke die ökumenische Zusammenarbeit die Glaubwürdigkeit des Religionsunterrichts bei den Schülern. Konkrete Schwierigkeiten entstünden vor allem aufgrund der unterschiedlichen Lehrpläne der Konfessionen und des fehlenden Unterrichtsmaterials.                     

kap

Foto (Wuthe/kap): Entwickelten Zukunftsperspektiven  für den Religionsunterricht – die Teilnehmer des Studientages; vorbereitet hatten die Tagung der Vorsitzende des katholischen interdiözesanen Schulamtes, Josef Rupprechter aus Salzburg (l.), und die Wiener Schulamtsleiterin Andrea Pinz (5. v. l.).