Iraker wollen sich integrieren

Die aus dem Irak nach Österreich geflohenen chaldäischen Christen sind sehr um die Integration in ihrer neuen Heimat bemüht. Das hat der für die Chaldäer in Europa zuständige Bischof Saad Sirop betont.

Wien. Zugleich gebe es große Ängste unter den geflohenen Christen, weil so viele Muslime nach Europa kommen würden. Bischof Sirop hat kürzlich in seiner Funktion als „Apostolischer Visitator“ die chaldäischen Gemeinden in Wien und Linz besucht. In Wien ist er unter anderem mit Kardinal Christoph Schönborn und in Linz mit Bischof Manfred Scheuer zusammengetroffen. Bischof Sirop lobte die Hilfe, die den irakischen Christen in Österreich zuteil werde, auch seitens der Kirche. Trotzdem hoffe er auf noch mehr Unterstützung.


Bis zu 175 Familien chaldäischer Christen – ihre Kirche ist eine mit Rom unierte Ostkirche mit ostsyrischem Ritus – verzeichnet die Kirche in Österreich, d. h. zwischen 800 und 900 Personen. Der Großteil davon lebt in Wien, eine kleine chaldäische Gemeinde existiert in Linz. Bischof Sirop hat seinen Sitz in Stockholm. Für die Seelsorge stehen dem Bischof für alle Länder in Europa 25 Priester zur Verfügung. Die Kirche habe Verantwortung, die Traditionen, Kulturen und Sprache der Menschen zu erhalten, damit sie bei aller Integration ihre eigene Identität bewahren könnten. Europa und die westlichen Kirchen könnten auch von den irakischen Christen profitieren, zeigte sich der Bischof überzeugt. Überaus großen Stellenwert habe bei den chaldäischen Christen etwa die Familie; dies könne auch eine Stärkung der Institution Familie in Europa bewirken.


Sirop räumte ein, dass die chaldäischen Christen mit großer Sorge den steten Zuzug von Muslimen verfolgen. „Man muss das verstehen. So gut wie alle Christen im Irak haben sehr schlechte Erfahrungen mit Muslimen gemacht“, sagte der Bischof. Er berichtete von Vertreibungen, Entführungen und Morden. Die Prinzipien der westlichen Welt und islamische Vorstellungen von einer Gesellschaft würden nicht zusammenpassen. Deshalb würden sich viele Muslime auch so schlecht integrieren, dafür aber die Toleranz und Freiheiten des Westens ausnützen. Misstrauen sei angebracht, so der Bischof. Zugleich dürfe man nicht generalisieren. Bischof Sirop: „Wir dürfen unsere Mitmenschlichkeit und unseren Glauben an das Gute nicht verlieren.“ kap

 

Bildtext: Der für alle chaldäischen Christen in Europa zuständige Bischof traf in Österreich Kardinal Schönborn und Bischof Scheuer. Foto: kathpress