Jede Kirche ist ein Segen

Bischofsvikar Martin Walchhofer berichtet von seiner Tansania-Reise und einem Kirchenbau.

Kisangara Juu/Arusha. Neue Kirchen entstehen hierzulande kaum mehr. Anders in der Diözese Same in Tansania. Hier unterstützt die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar einen Kirchenbau. Bischofsvikar Prälat Martin Walchhofer war in Afrika, in Kisangara Juu – jenem Ort, an dem das neue Gotteshaus Stück für Stück wächst.  „Ich erlebte mit welch großem Einsatz die Menschen mithelfen und was für ein Segen es ist, wenn eine Kirche gebaut wird.“ Prälat Walchhofer lässt die Rupertusblatt-Leserinnen und -leser mit folgendem Bericht an seiner Reise teilhaben.

Ganz fertig ist die Kirche noch nicht, aber die erste große Feier fand bereits statt. Anlass war das 50-Jahr-Priesterjubiläum des emeritierten Erzbischofs von Arusha, Josaphat Luis Lebulu. Er stammt aus Kisangara Juu, jener kleinen Pfarre hoch oben auf dem Berg. Der Weg hinauf ist nur mit einem Landcruiser oder zu Fuß zu bewältigen. Es hat vor dem Fest geregnet, daher sind mehrere Autos nicht am Ziel angekommen. Die neue Kirche wurde über die alte gebaut und zwar in einer Größe, die hier oben niemand erwarten würde. Das Material zur Baustelle zu bringen war sicher ein schwieriges Unterfangen. Außerdem mussten die Leute Steine klopfen, um den Sand zu erhalten, den sie zum Befestigen der Ziegel brauchten. Maschinen zur Erleichterung der Arbeit gab es keine.

Freude über fast fertige Kirche  

Es ist noch einiges zu tun an der Kirche und das Gerüst steht daher immer noch. Es fehlen zum Beispiel die Fenster. Das Dach dagegen ist schon angebracht und schützte bei der Feier gut vor dem Regen. Gestaunt habe ich über die vielen Menschen und vor allem jungen Leute, die gekommen waren und dazu noch die zahlreichen Priester sowie 18 Bischöfe mit dem Apostolischen Nuntius. Die lebendige Predigt beim Festgottesdienst hielt der Bischof von Same, Rogath Kimaryo C.Sp. Er sprach über das Leben des Jubilars und das „Wunder“ dieses Kirchenbaues. Dabei dankte er auch der Jungschar in der Erzdiözese Salzburg für die finanzielle Unterstützung. 

Platz für Muttergottes aus Gnigl  

Zweite Station der Tansania-Reise war das Provinzialat des Missionsordens der Spiritaner in Arusha. Hier hat die Diözesankommission für die Weltkirche und Entwicklungszusammenarbeit in der Erzdiözese Salzburg, kurz DKWE, mitgeholfen eine Kapelle zu errichten. Mir kam die Ehre zu, eine Widmung zu bestimmen und meine Wahl fiel auf Papst Johannes Paul II. Wir feierten die heilige Messe in der Kapelle und ich erlebte echte brüderliche Gastfreundschaft. Im kleinen Gotteshaus hat nun übrigens eine Muttergottesstatue von einer Familie aus der Salzburger Stadtpfarre Gnigl ihren Platz gefunden. 

Nach meiner Rückkehr in Salzburg überbrachte ich gerne den Dank aus Tansania an Erzbischof Franz Lackner und Weihbischof  Hansjörg Hofer. Und ich betonte dabei: Es ist wirklich ein Segen, wenn eine Kirche gebaut wird.

Foto1: „Was für ein Segen ist es, eine Kirche zu bauen“, betont Bischofsvikar Prälat Martin Walchhofer. Im Bild  ist er vor der fast fertigen Kirche in Kisangara Juu mit  zwei Priestern aus Tansania, die derzeit in der Erzdiözese Salzburg wirken: Novatus Mrighwa (r.), er kommt aus der Pfarre Kinsangara Juu in der Diözese Same und ist priesterlicher Mitarbeiter in St. Martin bei Lofer, Weißbach bei Lofer und Lofer sowie Ewald Elisai Kilasara (l.), ein Priester aus der Diözese Same, er ist als Gastpriester zum Doktoratsstudium im Pries-
terseminar Salzburg.

Foto2: Spirituelles Zentrum  im Provinzialat der Spiritaner in Arusha. Die Spiritaner sind die Heimat von Pfarrer P. Clement Temba, Pfarrer in Faistenau und Hintersee.

Fotos: RB/Walchhofer