Jubiläum: 500 Jahre Kleine Kirche Maxglan

Der runde Geburtstag in Salzburg-Maxglan ist Anlass für ein großes Fest vom 30. Mai bis 2. Juni

 

 

SALZBURG-MAXGLAN (eds – 28. 5. 2019) / „Die Pfarre Maxglan ist eine christliche, lebendige, bunte, offene Gemeinschaft, Heimat für viele und ein starker spiritueller Ort mit hoher Feierkultur.“ Das ergibt eine Standortbestimmung und Umfrage, die im Rahmen des diözesanen Zukunftsprozesses 2018 stattgefunden hat, erzählt Pfarrer Josef Pletzer, der seit 2016 die Pfarre Maxglan leitet. Aufgeschlossen für Neues, hat der Pfarrgemeinderat am 23. Oktober 2016, dem Weltmissionssonntag, einstimmig beschlossen, der African Community in der Pfarre Maxglan eine neue Heimat zu geben. Die Pfarre zeichnet sich außerdem durch ihr soziales Engagement aus: da gibt es den VinziTisch, der bedürftigen Menschen aus der Stadt Salzburg die Möglichkeit bietet, Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs gegen eine solidarische Spende von zwei Euro an der Ausgabestelle im Maxglaner Arkadenhof abzuholen. Es leben drei Flüchtlinge aus Syrien im Pfarrzentrum und im Mesnerhaus befinden sich die Jugendnotschlafstelle Exit7 und der Carla Second Hand Laden der Caritas. Außerdem ist der ökumenische Ansatz in der Pfarre Maxglan sehr wichtig und es gibt viele liturgische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Weiters wird großer Wert auf die Begräbniskultur gelegt.

Buntes Leben im Pfarrhof 

 Das Leben im Pfarrhof Maxglan ist bunt: Multikulturell und interkonfessionell spiegelt es auch die Vielfalt des Stadtteils Maxglan wider. Es leben dort ein griechisch-orthodoxer Priester, ein afrikanischer Priester, ein Student aus Nigeria, ein römisch-katholischer Priester (Josef Pletzer), eine kroatische Pastoralassistentin, eine kroatische Pfarrsekretärin und  eine ukrainische, griechisch-katholische Pfarrersköchin.

Maxglan hat den zweitgrößten Friedhof der Stadt und ist im Besitz der zweitgrößten Orgel im Land Salzburg. Diese wurde   kürzlich generalsaniert. Am Kirchweihfest lässt Orgelreferent Philip Pelster erstmals ihr neues Schweberegister erklingen. Außerdem besitzt Maxglan zwei zusammengebaute Kirchen: eine 60-jährige große Kirche und die 500-jährige kleine Kirche.

Vielfalt und Offenheit als Programm

In der Pfarre Maxglan ist Platz für viele: Hier treffen sich die Pfadfinder, die Pfadfinder-Gilde, die Kolping-Gruppe, die Eltern-Kind-Gruppe, die anonymen Alkoholiker und es gibt einen Raum für Hagio-Therapie (eine Art von spiritueller Begleitung). Außerdem sind der VinziTisch, die Männergruppe, der Seniorenclub, die Jungschar, die Pfarrjugend, die Minis sowie die beiden Chöre („Heart-Chor“ und „Singkreis“) und das Quartett „Audivi Vocem“ dort beheimatet. Die Pfarre Maxglan führt einen Pfarrkindergarten und beherbergt das „Maxkult“, einen Veranstaltungssaal in der Unterkirche mit besonderem Flair. 

Es besteht eine gute Zusammenarbeit zwischen der Pfarre Maxglan und der Trachtenmusikkapelle, die eine Vielzahl an kirchlichen Feiern umrahmt, den Maxglaner Volksschulen, der Musikmittelschule, die zwei Gottesdienste im Jahr in der Maxglaner Kirche gestaltet, und der Pfarre Taxham. Die Pfarren Taxham und Maxglan feiern beispielsweise Gründonnerstag, Fronleichnam und das Kirchweihfest der großen Kirche im Oktober miteinander. Auch die jährliche Seniorenwallfahrt nach Maria Plain und der Seniorenausflug sind eine gemeinsame Aktion der beiden Pfarren.

Blick in die Geschichte 

Wer zum ersten Mal an der Kirche von Maxglan vorbeikommt, dem entgeht der römische Stein mit den beiden Rädern in der Südwand der Kirche nicht. Es gibt noch andere römische Überreste in der Kirchenmauer zu entdecken. Die Gegend muss den Römern wichtig gewesen sein. An keiner Kirche Salzburgs sind so viele römische Steine eingemauert wie in der kleinen Kirche Maxglan. Zwischen 1516 und 1519 sind wesentliche Teile des einschiffigen Gotteshauses und der 59 Meter hohe Westturm entstanden. Von der ehemaligen spätgotischen Einrichtung ist nur der Taufstein aus Adneter Marmor erhalten. Die Altarplastiken, die den hl. Augus-tinus und die hl. Monika zeigen, stammen von Johann Georg Hitzl. Das Marienbild am Altar hat höchstwahrscheinlich Peter Anton Lorenzoni geschaffen. Seit 1762 steht der barocke Tabernakel am Altartisch. Das Aufsatzbild stellt den hl. Maximilian dar. Die barocke Kanzel ist beim Umbau 1955 zerstört worden. Von 2005 bis 2006 wurde die Kirche gründlich renoviert. Der gesamte Raum wurde grundlegend gereinigt, die Netzrippen gefestigt, eine neue Empore aus Holz gebaut, eine Orgel angeschafft, Volksaltar und Ambo aus Marmor geschaffen und mit dem Taufstein aus der Erbauungszeit der Kirche aufgestellt. Im Oktober 2006 war die Kirche wieder für die Gläubigen zugänglich. 13 Jahre später feiert die kleine Kirche nun ihren 500. Geburtstag. 

Die „African Community“

Seit dem Weltmissionssonntag 2016 ist die afrikanische Gemeinschaft in der Pfarre beheimatet. „Wir sind glücklich und dankbar, dass wir einstimmig beschlossen haben, der ‚Catholic African Community‘ in Maxglan eine Heimat zu geben“, zieht Pfarrer Josef Pletzer Bilanz. Bei den Gottesdiensten werde spürbar und sichtbar, wie die verschiedenen Kulturen feiern – „ein Kyrie von den Afrikanern gesungen klingt viel lebensfroher und begeisternder als das folgende Gloria der Maxglaner – und trotzdem passt beides“, so Pletzer. Geleitet wird die afrikanische Gemeinschaft von Kooperator P. Marcellinus Nweke. Sie trifft sich jeden Sonntag um 12.30 Uhr in der kleinen Kirche, um Gottesdienst in englischer Sprache zu feiern. Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen im Pfarrzentrum. Die „Catholic African Community“, der 40 bis 50 Frauen, Männer und Kinder angehören, hat sich mittlerweilen gut in der Pfarre eingelebt. Sie sind froh und dankbar, hier eine Heimat gefunden zu haben.

Festprogramm

Donnerstag, 30. Mai, Christi Himmelfahrt
10 Uhr: Gottesdienst
19 Uhr: Festliches Orgelkonzert zum Abschluss der Renovierung der zweitgrößten Orgel im Land Salzburg mit erstmaligem Erklingen des neuen Schweberegisters.
Mitwirkende: an der Orgel Philipp Pelster, Maxglaner Singkreis, Heart-Chor, Bläsergruppe der TMK Maxglan
Anschließend gemütliches Beisammensein im Pfarrzentrum.

Freitag, 31. Mai
18.30 Uhr: Festliche Maiandacht mit Weihbischof Hansjörg Hofer und allen ehemaligen Seelsorgern und Seelsorgerinnen, sowie allen früheren pastoralen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.
Anschließend Agape im Pfarrzentrum St. Benedikt mit der Gelegenheit zum Plausch und Austausch über vergangene Zeiten.
Alle sind dazu herzlich eingeladen!

Samstag, 1. Juni
18 Uhr: Ökumenische Vesper mit Christian Fliegenschnee, Archimandrit P. Ilias Papadopoulos, Josef Johann Pletzer
19 Uhr: Pirnis Plattenkiste im Pfarrzentrum für Liebhaber von guter alter Musik auf Schellacks und Vinyl. Für Bewirtung ist gesorgt.

Sonntag, 2. Juni
10 Uhr: Festgottesdienst mit em. Erzbischof Alois Kothgasser und Festprediger Abtpräses Johannes Perkmann OSB
Gestaltung: Ordinarien aus der Missa brevis in F-Dur von Joseph Haydn; Gemeindegesang / Ausführende: Maxglaner Singkreis, Heart-Chor, an der Orgel: Elisabeth Hohenwarter
ab 11.30 Uhr: Kirchweihfest am Kirchplatz: Platzkonzert der TMK Maxglan, Bewirtung, Programm für Kinder und Jugendliche, Hüpfburg, Kunsthistorische Führung kl. Kirche, Musikalische Unterhaltung: „Maxklang“, „Mia Zwoa“

 

Foto 1: Relikt aus der Vergangenheit:  der römische Stein mit den beiden Rädern in der Südwand der kleinen Kirche Maxglan. An keiner anderen Kirche Salzburgs sind so viele römische Steine eingemauert, außer vielleicht am romanischen Dom zu Salzburg.    

Foto 2: Lebendige Gemeinschaft: Die Katholische Jungschar der Pfarre Maxglan im Vorjahr beim Jungscharlager in Radstadt.

Foto 3: Der Marienaltar der kleinen Maxglaner Kirche.

Foto 4: Die "Catholic African Community, die seit dem Weltmissionssonntag 2016 in der Pfarre Maxglan beheimatet ist.

Fotos: RB/Pfarre Maxglan