Jugendsynode im Endspurt

Jugend. Die Jugendsynode im Vatikan schwenkt auf die Zielgerade ein. Am Sonntag endet mit einer Papstmesse im Petersdom eine Weltbischofsversammlung, die für viele Teilnehmer schon jetzt eine der besonderen ihrer Art ist. Bereits am Samstag soll das Schlussdokument stehen.

Vatikan. „Es ist für mich die schönste Synode, die ich erlebe“, meinte etwa Kardinal Christoph Schönborn. Er habe noch nie bei einer Bischofssynode ein „so fröhliches Klima erlebt und so deutlich gespürt, wie sehr die Kirche inzwischen Weltkirche geworden ist“, sagte der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz. Unter den weit mehr als 300 Redebeiträgen der Synode seien 80 Prozent aus dem nichteuropäischen Raum gekommen. Das Thema Kirche und Jugend werde so in einer „viel weiteren Perspektive“ betrachtet, als man es im deutschen Sprachraum gewohnt sei, so der Kardinal. 

Dauerbrenner „Kirche & Jugend“ 

Mindestens ebenso wichtig wie das, was im Plenum vorgetragen und in den 14 Sprachzirkeln erörtert und erarbeitet wurde, dürften für viele Synodenväter die persönlichen Begegnungen und die direkten Berichte über die Situation junger Menschen sein. Der deutsche Weihbischof Johannes Wübbe etwa betonte: „Zuhören ist mehr als gut hören zu können.“ Das Hören auf junge Menschen müsse auch als „theologische Kategorie der Kirche“ verstanden werden. Für Wübbe wäre die Synode vor allem dann ein Erfolg, „wenn wir das Thema ‚Kirche und Jugend‘ als Dauerbrenner behalten“, erklärte der Weihbischof in einem Gespräch mit der österreichischen Vorsynoden-Teilnehmerin Eva Wimmer, die von Rom aus auf dem Youtube-Kanal „Eva und die Jugendsynode“ über die Beratungen informiert. 

Ein „Riesenthema“ war laut Österreichs Jugendbischof Stephan Turnovszky Migration. Dies sei auch von den Bischöfen immer wieder unter verschiedenen Aspekten beleuchtet worden – etwa Auswanderung, Transit oder Einwanderung. Daneben spielten die Beteiligung junger Leute und Frauen in der Kirche, Glaubensvermittlung im digitalen Zeitalter oder die Rolle der Familie eine große Rolle. Auch sexueller Missbrauch in der Kirche wurde weiter thematisiert. Viele der Sprachgruppen betonten, dass die Kirche ein „sicheres Umfeld“ für junge Leute garantieren müsse und angesichts finanzieller und sexueller Skandale eine Umkehr nötig sei.      kap

Foto: Bischof Stephan Turnovszky mit Eva Wimmer von der Katholischen Jugend Österreich, die auf ihrem Youtube-Kanal „Eva und die Jugendsynode“ informiert.