Karekin II. trifft den Papst

Die Situation der christlichen Kirchen im Nahen Osten standen im Mittelpunkt des Gesprächs, das kürzlich zwischen Papst Franziskus und dem armenisch-apostolischen Katholikos-Patriarchen Karekin II. im Vatikan stattfand. Thema waren auch die Rechte der Kirchen in Jerusalem.

 

 

Vatikanstadt. Wie armenische Medien berichteten, ging es auch um die Intensivierung der Zusammenarbeit der Kirchen im Dienst von „Frieden und Solidarität“. Der Katholikos-Patriarch habe dem Papst auch seine Sicht der innenpolitischen Entwicklung in Armenien erläutert, so die Stiftung „Pro Oriente“.

Karekin II. traf auch mit den Kardinälen Leonardo Sandri und Kurt Koch zusammen. Im Gespräch mit den Kardinälen ging es vor allem um Fragen des ökumenischen Dialogs, auch im Dreieck zwischen römisch-katholischer Kirche, der orthodoxen und der orientalisch-orthodoxen Kirchenfamilie. Die Begegnung mit Papst Franziskus und den Kardinälen bildete den Höhepunkt des Italien-Besuchs von Karekin II. Anlass des Besuchs war das 60-Jahr-Jubiläum der armenisch-apostolischen Gemeinde in Mailand. 

In Mailand traf Karekin II. mit dem Erzbischof der lombardischen Hauptstadt, Mario Delpini, zusammen. Dabei betonte der Katholikos-Patriarch die herzlichen Be-
ziehungen zwischen katholischer und armenisch-apostolischer Kirche sowohl auf institutioneller wie auch auf persönlicher Ebene und erwähnte seine Begegnungen mit den Päpsten Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus. Wenn er mit Papst Franziskus zusammentreffe, sei das eine Begegnung „geistlicher Brüder“. Die Beziehun-gen der Kirchen im Geist der Nächs-tenliebe und Jüngerschaft seien angesichts der Herausforderungen für Frieden und Gemeinwohl im Weltmaßstab besonders wichtig. 

Karenkin II. machte deutlich, dass für die Armenier das Gedenken an den „Metz Yeghern“, das „große Übel“ in Gestalt des von der jungtürkischen Regierung ab 1915 angezettelten Völkermords an den armenischen Christen, auch heute von außerordentlicher Wichtigkeit ist. Erzbischof Delpini versicherte dem Katholikos-Patriarchen „Compassion und Solidarität“ im Hinblick auf das Gedenken an den Völkermord. 

 

Foto: Katholikos-Patriarch Karekin II.