Kein gutes Jahr für Kinderrechte

Unicef zieht eine „schockierende“ Jahresbilanz in Sachen Kinderschutz.

New York. Die Weltgemeinschaft habe die von Gewalt betroffenen Kinder im Stich gelassen, so das Fazit des UN-Kinderhilfswerks.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat einen unzureichenden Schutz für Kinder in Konfliktgebieten weltweit angeprangert. 2018 habe sich ein „schockierender“ Trend fortgesetzt, teilte die Organisation mit. In vielen Ländern hätten Kinder ein „extremes Ausmaß an Gewalt“ erlitten, sagte der Leiter der Unicef-Nothilfeprogramme, Manuel Fontaine. „Und die Weltgemeinschaft hat sie weiterhin im Stich gelassen.“ Allzu lange schon würden in bewaffneten Konflikten nahezu ungestraft immer schlimmere Gräueltaten begangen, so der Experte.

Kinder seien direkt angegriffen, als menschliche Schutzschilde missbraucht, getötet, verstümmelt oder für den Kampf rekrutiert worden, so das Hilfswerk der Vereinten Nationen. Vergewaltigungen, Zwangsverheiratungen und Entführungen gehörten inzwischen zu den „Standard-Taktiken“ in Konflikten wie in Syrien oder im Jemen. Ähnliches geschehe im Kongo oder in Nigeria, im Südsudan und in Myanmar. 

„Tsunami der Grausamkeit“ 

Allein in Syrien wurden nach UN-Angaben zwischen Jänner und September nachweislich 870 Mädchen und Jungen getötet – der höchste Wert in diesem Zeitraum seit Beginn des dortigen Konfliktes im Jahr 2011. Der Vatikanbotschafter Kardinal Mario Zenari sprach vor kurzem im Zusammenhang mit Syrien vom anhaltenden „Tsunami der Grausamkeit“ von dem Kinder besonders betroffen seien. Der Krieg sei noch nicht vorbei, und eine „politische Lösung“ zeichne sich angesichts der schwierigen Lage bisher kaum ab.

 Im Jemen sind im vergangenen Jahr 1.427 Kinder getötet oder verletzt worden. Noch höher fiel die Zahl in Afghanistan aus, wo in den ersten neun Monaten des Jahres rund 5.000 getötete oder verletzte Kinder gezählt worden seien. 

Insgesamt sei 2018 „ein grausames Jahr für Millionen Kinder“ gewesen, so Unicef. Die Organisation rief Konfliktparteien in aller Welt eindringlich dazu auf, ihren Verpflichtungen nach internationalem Recht nachzukommen und entsprechende Gewalttaten sofort zu stoppen.

Foto: Kinder sind zu wenig vor Gewalt geschützt. Das beklagt das UN-Kinderhilfswerk Unicef in seiner  „Jahresbilanz“. / Foto: RB/UNICEF/UN0160366/Nybo