„Kein Haus steht mehr“

Mosambik braucht Hilfe – Sei So Frei ist mit ihrer Partnerorganisation vor Ort

Sofala. Zuflucht. Den Muttertag feiern die Menschen gerne im Kreise der Familie. Anifa Fernando aus dem Dorf Mudala in Mosambik hatte eine große Familie. Der gewaltige Zyklon „Idai“ entriss  der 45-Jährigen ihre Liebsten.  Ihr neunmonatiger Enkelsohn ist alles was ihr ge-blieben ist. Nach der Katastrophe legte sie unvorstellbare 67 Kilometer zu Fuß nach Mangunde zurück. Das Ziel: eine der Missionsstationen von Sei So Frei – sie sind zum Zufluchtsort für die traumatisierte Bevölkerung geworden.

Mosambik kommt nicht zur Ruhe. Nachdem „Idai“ im März  wütete, verschlimmerte nun mit „Kenneth“ der nächste Tropensturm die Situation im Land. Das Projektgebiet von Sei So Frei, die Provinz Sofala, blieb dieses Mal verschont. Das Trauma und die Not sind trotzdem groß, denn das Ausmaß der „Idai“-Katastrophe offenbart sich erst nach und nach. Das Wasser hat sich inzwischen zurückgezogen und dabei unzählige stark verweste Leichen freigelegt. Ihre Bergung geht nur schleppend voran. Neben der Nothilfe sei jetzt das Gebot der Stunde das Ausbreiten von Krankheiten  zu verhindern, so Fabrizio Graglia, Leiter von Esmabama. Die Häuser der Sei So Frei-Partnerorganisation sind jetzt die einzige Hoffnung für die Leute auf Nahrung, ein Dach über dem Kopf und medizinische Versorgung. Auch Anifa Fernando rettete sich und ihren Enkel zu Esmabama.  In den Wassermassen ist ihr Dorf untergegangen. „Keine einzige Hütte steht mehr.“ Sie verlor ihre Familie, ihr Zuhause, ihre Felder. Die Frau konnte nur sich und das Baby ihrer Tochter auf einem Baum in Sicherheit bringen. Hier harrten sie aus – und mit ihnen zwei Schlangen. Vier Tage und vier Nächte dauerte es, bis die reißenden Wassermassen nachließen und die Suche nach Hilfe möglich war. Völlig entkräftet erreichten sie die Missionsstation und Gesundheitseinrichtung von Esmabama. Sie erhielten Essen, Wasser und wurden gegen Malaria behandelt –  schon vor dem Zyklon Todesursache Nummer eins in Mosambik. Inzwischen sind Anifa und ihr Enkelkind körperlich über dem Berg. Die seelischen Wunden verheilen noch lange nicht. 

Hilfe zum Überleben 

Seit 18 Jahren arbeitet Sei So Frei, die entwicklungspolitische Organisation der Katholischen Männerbewegung, mit der Partnerorganisation Esmabama in Mosambik. Neben Landwirtschaftsprojekten lag und liegt der Schwerpunkt auf Bildung. Kinder, Frauen und Männer lernen in den „Schulen unter dem Schattenbaum“ lesen, schreiben und rechnen. Nun steht die gesamte Region vor dem Nichts und kämpft um das nackte Überleben. „Es dauert, bis die bitterarmen Familien ihre Felder wieder bearbeiten und etwas ernten können“, weiß Graglia. „Bis dahin sind sie auf unsere Hilfe in Form von Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten angewiesen.“         

Zum Muttertag doppelt Freude schenken

Es ist eine schöne Tradition, Müttern zum Muttertag eine Freude zu bereiten. „Ich möchte Sie einladen, die Freude zu verdoppeln. Sie kann zu einer Freude werden, die über Grenzen hinweg die Menschen in Mosambik erreicht, die von so großem Leid geplagt sind", sagt Wolfgang K. Heindl, Sei So Frei-Referent in der Erzdiözese Salzburg. Zwei Wirbelstürme haben in nur sechs Wochen ganze Landstriche vernichtet. Zu viele haben alles verloren – ihr Zuhause, ihre Ernte, ihre Liebsten.

„Die Nachrichten aus Mosambik haben mich erschüttert. Die Stadt Beira mit mehr als einer halben Million Menschen, wird wohl in die Geschichte eingehen als jene Stadt, die als Erste komplett vom Klimawandel zerstört wurde", so Heindl. Die Hilfe für diesen Küstenstrich sei inzwischen angelaufen. Die ländlichen Regionen erreiche sie jedoch nur schleppend. In den Missionsstationen, die Sei So Frei dort mit der lokalen kirchlichen Partnerorganisation Esmabama aufgebaut hat, haben tausende Menschen Zuflucht gefunden. „Sie mit dem Nötigsten zu versorgen ist noch Wochen nach der Katastrophe eine große Herausforderung. Bitte helfen Sie uns die Mütter und Kinder mit Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und Medikamenten zu versorgen!" 

Tipp: Spenden unter www.seisofrei.at

Foto: Mosambik braucht nach den verheerenden Naturkatastrophen Hilfe. Die Seuchengefahr und der Hunger bedrohen die Menschen. Sie  suchen Zuflucht in den Sei So Frei-Missionsstationen. / Foto: RB/Sei So Frei