Kirche muss Hoffnung geben

Papst Franziskus hat in seiner Osterbotschaft an das Leid von Flüchtlingen und Terroropfern erinnert und zum Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit aufgerufen.

Vatikan. „Die Welt ist voll von Menschen, die an Leib und Seele leiden, während die Nachrichten sich mit Meldungen über grausame Verbrechen füllen.“ Gewalt zeige sich in häuslichen Mauern ebenso wie bei bewaffneten Konflikten unter denen ganze Bevölkerungen litten, so Franziskus in seiner Ansprache vor zehntausenden Christen aus aller Welt auf der Mittelloggia des Petersdoms. Anschließend spendete er den traditionellen Segen „Urbi et orbi“ – „der Stadt und dem Erdkreis“. Der Papst erinnerte an „die immer größer werdende Schar der Migranten und Flüchtlinge – unter ihnen viele Kinder“, die Krieg, Hunger, Armut und sozialer Ungerechtigkeit entkommen wollten. Auf ihrem Weg fänden viele den Tod und begegneten der „Zurückweisung derer, die Aufnahme und Hilfe anbieten könnten“.
Den für Christen eigentlichen Höhepunkt des Kirchenjahres, die Osternacht, widmete der Papst im Petersdom ganz dem zentralen Thema der Auferstehung. Die frohe Botschaft vom ewigen Leben müsse für die Christen – und besonders für die Kirche – wieder stärker im Mittelpunkt stehen, betonte er. „Andernfalls wären wir eine internationale Einrichtung mit einer gro-ßen Zahl von Anhängern und guten Regeln, aber unfähig, die Hoffnung zu geben, nach der die Welt dürstet.“

Ehrlich für den Frieden arbeiten

Seinen Blick auf die Konfliktherde der Welt eröffnete der Papst mit einem Appell an die Kriegführenden in Syrien. Er rief die Konfliktparteien dazu auf, in den Verhandlungen ehrlich für den Frieden und die Errichtung einer menschenwürdigen Gesellschaft zu arbeiten. In diesen Appell bezog er auch andere Krisengebiete des Nahen Ostens und in der Ukraine. Außerdem erinnerte Franziskus an das Leiden der verfolgten Christen. Ihnen rufe der auferstandene Christus zu: „Habt Mut: Ich habe die Welt besiegt“ (Joh 16,33).

Bei seinem Mittagsgebet am Os-termontag am Petersplatz zeigte sich der Papst bestürzt über das Attentat in Pakistan mit mehr als 70 Toten, überwiegend Christen. An die pakistanischen Behörden appellierte er, die religiösen Minderheiten besser zu schützen. „Ich wiederhole noch einmal, dass die Gewalt und der mörderische Hass nur zu Schmerz und Zerstörung führen.“ Respekt und Brüderlichkeit seien der einzige Weg zum Frieden.
kap

Die Frohe Botschaft in den Zeiten des Terrors – deutliche Appelle des Papstes gegen religiöse Gewalt prägten die Osterfeierlichkeiten. Foto: KNA