Kirche ruft zum Dialog auf

Rumänien erlebt in diesen Wochen die größten Proteste seit dem Ende des Ceausescu-Regimes 1989.

Bukarest. Die orthodoxe Kirche Rumäniens ist besorgt über die Massenproteste. Das kirchliche Leitungsgremium, der Heilige Synod, rief angesichts der dramatischen Lage „eindringlich zu Dialog, sozialer Mitverantwortung und Gebet auf, um die gesellschaftlichen Konflikte zu überwinden“. 

Rumänien erlebt in diesen Wochen die größten Proteste seit dem Ende des Ceausescu-Regimes 1989. Abend für Abend gehen Tausende von Menschen auf die Straße: Sie haben genug von der sozialliberalen Regierung, die sich genauso ungestört bereichert wie ihre Vorgänger. In mehr als 2.000 Fällen ermittelt die Behörde. Die Häufung von Strafverfahren gegen hochrangige Mitglieder der regierenden sozialdemokratischen Partei ist augenfällig, obwohl die Justiz auch Vertreter anderer Parlaments-parteien überführt hat. 

Korruption kostete in Rumänien nicht nur viel Geld, sondern auch Menschenleben. Vor einem Jahr kam es zu einem Brand in der Diskothek „Colectiv“ in Bukarest. Mehr als 60 junge Menschen kamen dabei ums Leben. Es gab zu wenig Notausgänge und zu viel brennbares Material im Club. Wie sich herausstellte waren Beamte geschmiert worden, damit sie bei den Brandschutzkontrollen ein Auge zudrückten. kap

Foto (Babu/CC): Abend für Abend gehen in Rumänien Tausende von Menschen auf die Straße – gegen die sozialliberale Regierung, der sie Korruption vorwerfen.