Kirche + Welt gestalten

70 Jahre KMB. Am 13. Mai 1948 beginnt im Stift Lambach die Erfolgsgeschichte der Katholischen Männerbewegung. Mit dabei waren damals Vertreter aus der Erzdiözese Salzburg wie Domkapitular Franz Simmerstätter, Leiter des Seelsorgeamtes. Den runden KMB-Geburtstag nützt das Rupertusblatt für einen Blick in die Anfangszeit und die Gegenwart von Österreichs größter Männerorganisation. 

Lambach/Salzburg. 30.000 Mitglieder stark präsentiert sich die Katholische Männerbewegung im Jahr 2018. Angefangen hat alles am 13. Mai 1948 im oberösterreichischen Lambach. „Die Vertreter der Diözesanausschüsse Österreichs bilden das Katholische Männerwerk Österreich“, heißt es im Protokoll der Tagung. Sowohl Vertreter aus den Erzdiözesen Wien und Salzburg, als auch aus den Diözesen Linz, Gurk-Klagenfurt, Sankt Pölten und Innsbruck waren vor Ort. Nur der Name sollte sich schon bald ändern. Am 20. Juni 1948 wurde aus dem Katholischen Männerwerk die Katholische Männerbewegung.

Aufbauarbeit in den 50er Jahren

Basis für die Arbeit in den Anfangsjahren war das „Mariazeller Manifest“ von 1952. Am Katholiken-Tag beschlossen Priester und Laien eine „freie Kirche in einer freien Gesellschaft“. Wie der jetzige Vorsitzende der Katholischen Männerbewegung Österreichs, Leopold Wimmer, betont, wollte die KMB einen Beitrag „zur aktiven Mitgestaltung von Gesellschaft und Kirche aus dem Geist des Evangeliums“ leisten. Das gilt bis heute. Die KMB begleite Männer ganzheitlich, gebe regelmäßig Impulse zur Männerpastoral in Österreich und forme diese aktiv mit. In den vergangenen sieben Jahrzehnten hätten sich entsprechend den sich wandelnden Lebenssituationen der Männer immer wieder neue Herausforderungen gestellt. Die KMB werde weiter all „das aufgreifen, was Männer bewegt“, verspricht Wimmer. Zuletzt war sie an der Gründung des Dachverbands Männerarbeit Österreichs (DMÖ) beteiligt. 

Einsatz für eine gerechte Welt 

Seit 1958 fördert und unterstützt die Katholische Männerbewegung im Auftrag der Österreichischen Bischofskonferenz Entwicklungshilfeprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. Herzstück des Engagements ist die bundesweite Spendenaktion unter dem Namen SEI SO FREI. 1958 folgte die Männerbewegung dem Hilfsappell des damaligen Bischofs der indonesischen Insel Flores. Aus einer einmaligen Aktion wurden zunächst „Bruder in Not“ und schließlich die Adventsammlung. 1967 war die KMB Gründungsmitglied des Österreichischen Entwicklungsdienstes – später „Horizont3000“ – und damit Geburtshelferin einer der bedeutendsten Personalentsende-Organisationen Europas. 1983 stieg die KMB als Gesellschafterin bei der „EZA Fairer Handel GmbH“ ein und hält aktuell 60 Prozent der Anteile. 

Die Durchsetzung von Menschenrechten würdigt die Männerbewegung seit 1980 mit dem Erzbischof-Romero-Preis. Mit der alljährlichen Vergabe wird das gesellschaftspolitische und soziale Engagement des Ausgezeichneten anerkannt und mit  10.000 Euro gestärkt. Romero-Preisträger sind unter anderem Bischof Erwin Kräutler, Waris Dirie sowie Maria Herlinde und Margaretha Moises.

Auf den Spuren Franz Jägerstätters

Die Katholische Männerbewegung bezieht klar Stellung, wenn es um Europa, Respekt oder Zivilcourage geht. Das Leben des Kriegsdienstverweigerers Franz Jägerstätter ist Anlass, hier immer wieder klare Zeichen zu setzen. Seit 2007 ist die Sternwallfahrt nach St. Radegund, dem Heimatort Jägerstätters, im Mai ein Fixpunkt im KMB-Kalender. Bereits seit 1986 findet jedes Jahr eine Sommerakademie zu Jahresthemen wie Toleranz statt.

Väterarbeit – Salzburg setzt Impulse 

Die Väterarbeit hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Schwerpunkt entwickelt. Gerade in Salzburg passiert in Sachen Vater-Kind-Programm sehr viel – demnächst geht wieder das Väterfestival über die Bühne. Formate wie der Pubertätsstammtisch, Vätergeschichten oder die Klostertage sind für Diözesanreferent Andreas Oshowski Wege, um die Männer in ihren Lebenswirklichkeiten abzuholen. Und das Ausprobieren von Neuem trägt Früchte: Im Vorjahr erreichte die KMB in der Erzdiözese mit ihren Veranstaltungen mehr als 900 Personen – Tendenz steigend. 

Die Katholische Männerbewegung ist gut gerüstet für die Zukunft.  Am 23. Juni treffen sich die Männer aber noch einmal an ihrem Geburtsort Lambach: Zum gemeinsamen Rückblick und zum ausgiebigen Geburtstagsfeiern.

Fotos (KMB): In 70 Jahren gab es viele Höhepunkte – im Bild der Delegiertentag in Salzburg 1976. Hauptreferent war Kardinal Franz König.

Fixpunkt im KMB-Jahreskreis: die (Rad)Wallfahrt in den Geburtsort von Franz Jägerstätter, nach St. Radegund.