Kleinod wieder auf Vordermann gebracht

Buchbergkirche. Die Bischofshofener Buchbergkirche, die 1370 erstmals urkundlich genannt wird, ist eine beliebte Hochzeitskirche und begehrtes Ausflugsziel. Das Gotteshaus wurde in den vergangenen Monaten innen komplett renoviert.  

 

 

Bischofshofen. Das von weitem sichtbare, auf einer Anhöhe gelegene Buchbergkircherl ist den Heiligen Primus und Felizian geweiht und erhielt seine große Bedeutung im Mittelalter mit dem Jahrmarkt zu „Sannt Preims auf dem Puechberg“. Verliehen wurde das Jahrmarktsrecht von Erzbischof Eberhard III. Der Markt entwickelte sich zum bedeutendsten Pferdemarkt des Landes, bei dem bis zu 1.000 Pferde aus vielen Teilen Europas gehandelt wurden. 

Die kleine Kirche weist auch kunsthistorische Besonderheiten auf. Bei der Restaurierung zwischen 1979 und 1981 wurden drei Freskenregister an der Südseite entdeckt und freigelegt. Die untere Kreuzigungsdarstellung mit Maria und Johannes, die auf 1210 datiert wird, verweist auf einen Ausbau der Kirche nach der Übernahme durch das Stift Admont. Das etwas später entstandene obere Kreuzigungsbild zeigt Maria, Johannes und die heiligen Margarethe und Katharina. Im anschließenden Fresko ist Maria mit dem Kind in Begleitung der heiligen Primus und Felizian zu sehen. Kunstwerke mit besonderer Ausstrahlung kann der Besucher auch im Kircheninneren entdecken – beispielsweise die Marienstatue mit Christuskind auf dem Arm, die von einem Salzburger Meister um 1380 angefertigt wurde.

In den vergangenen Monaten wurde das Buchberger Kircherl an sämtlichen Ecken und Enden generalsaniert: „Die Holzdecke wurde von Wolfgang Weixler saniert, die Kunsttischlerei Rupert Kreuzberger renovierte das historische Holzgestühl und besserte die schadhaften Stellen an den Kästen in der Sakristei von 1640 aus“, erzählt Pfarrkirchenratsobmann Hans Rabl. Die Zimmerei Schmidl Holzbau baute einen neuen Unterboden für die historischen Holzbänke, die Firma Reichl Stein besserte die Marmorböden aus. „Den Hochaltar, die barocken Figuren des hl. Rupert, Virgil und Epitaph, das Tafel-Wandbild mit der Grablegung Christi und das Triumphbogenkreuz restaurierte Heidemarie Weixler-Unterer“, freut sich Rabl. Außerdem war sie für die Restaurierung der beiden Konsolfiguren neben dem Hochaltar – die hl. Magdalena und die hl. Barbara, die gotische Madonna mit Kind in der Apsis und die Figuren des hl. Franziskus und des hl. Antonius an der Chorwand zuständig. Zwei regionale Firmen erstellten und setzten für die Kirche ein neues Beleuchtungskonzept um.
Die Tiroler Glasmalerei restaurierte einige Fenster und Wolfgang Weixler nahm die Malerarbeiten an der Kirche vor. Die Renovierungsarbeiten wurden zu je einem Drittel von der Erzdiözese, der Gemeinde und der Pfarre übernommen. Mit 10 Prozent beteiligte sich das Bundesdenkmalamt. Besonders verdient machten sich Christian Stock, der mit der Bauleitung betraut war, Stefan Enzinger vom Bauamt
der Erzdiözese Salzburg und Gerlinde Lerch vom Bundesdenkmalamt. 

Am Neujahrstag wurde der erste Gottesdienst – die so genannte Bergweihnacht – in der frisch renovierten Buchberger Kirche gefeiert. Ab dem Frühjahr werden wieder regulär Gottesdienste, Taufen und Hochzeiten im Buchberger Kircherl stattfinden. 

Foto 1: Innenansicht des Buchberger Kircherls: Für die historischen Bänke wurde ein neuer Unterboden aus Holz angefertigt.

Foto 2: Die Außenfresken an der Südwand stammen aus dem beginnenden 13. Jahrhundert (u.) und um 1350 (o.).

Foto 3: Der Hochaltar stammt aus dem Jahr 1645.

Fotos: RB/Matschi/Stöckl