Klimakonferenz enttäuscht

Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) stellt Forderungen an die Bundesregierung.

Wien/Katowice. Sie solle Konsequenzen aus der Weltklimakonferenz in Katowice zu ziehen. Konkret sei eine ökosoziale Steuerreform dringend nötig. „Wir begrüßen sehr, dass sich Österreich bei der Weltklimakonferenz in die Reihe jener Staaten gestellt hat, die sich mehr als andere für einen stärkeren Klimaschutz einsetzen wollen (‚High Ambition Coalition‘). Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen wir eine Reihe von Maßnahmen“, erklärte KAÖ-Präsident Leopold Wimmer.

Mit der kommenden Steuerreform bietet sich eine „erste wichtige Gelegenheit“, meinte Wimmer. Österreich brauche „eine Steuerreform, die das ökologische Ziel des Klimaschutzes mit der Entlastung gerade der niedrigeren Einkommen verbindet“. Die KAÖ habe dazu ein aktuelles Forderungspaket mit zugrundeliegenden Berechnungen erstellt. Wimmer: „Solche von Experten erstellten Modelle für eine ökosoziale Steuerreform gibt es. Sie müssen nur angewendet werden.“

Nach dem Abschluss der Weltklimakonferenz kritisierten zahlreiche Entwicklungs- und Um-weltschutzorganisationen die erreichten Resultate. Das Ergebnis der Klimakonferenz reiche bei weitem nicht aus, um die Welt vor den Folgen einer ungebremsten Erderhitzung zu bewahren. Das betonte Martin Krenn von der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission. „In Folge des neuesten Berichtes des Weltklimarates hätte sich die Staatengemeinschaft klar zum raschen Anheben nationaler Klimaschutzmaßnahmen verpflichten müssen, bleibt hier aber leider säumig. Verbindliche Handlungsaufträge fehlen, das ist eine herbe Enttäuschung“, so Krenn als Sprecher der Allianz für Klimagerechtigkeit.

Österreich habe sich gemeinsam mit der Europäischen Union sowie weiteren progressiven Staaten durch die Deklaration der „High Ambition Coalition“ selbst in die Pflicht genommen, die nationalen Klimaziele bis 2020 in Einklang mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen des 1,5-Grad-Berichtes des IPCC (Weltklimarates) zu bringen, würdigte die Allianz für Klimagerechtigkeit. kap

Foto: Eine ökosoziale Neugestaltung des Steuersystems würde die Steuern erhöhen auf jene Energieformen, die für die Erwärmung des Weltklimas verantwortlich sind. „Ein Umdenken in unserem Umgang mit der Schöpfung und ein wirklich nachhaltiger Lebensstil kommt uns allen zugute“, so KAÖ-Präsident Wimmer.

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