Kommentar zum Evangelium

Folge mir nach! 

Jesus ist unterwegs nach Jerusalem – zu jenem Ort, wo seine Mission ihren Höhepunkt finden wird. Der kürzeste Weg führt durch Samarien, jedoch wird er dort nicht aufgenommen.

Die Jünger Jesu erwarten sich das Feuer des Himmels, ER aber unterweist sie, was christliche Nachfolge wirklich bedeutet.

Auch in der alttestamentlichen Lesung geht es um Nachfolge: Elija beruft Elischa. Er wird von der Feldarbeit weggeholt, eine ihm scheinbar sehr vertraute Tätigkeit – hinein in eine ungewisse Zukunft. Er ist bereit, die Herausforderung anzunehmen, sich ganz von Gott in den Dienst nehmen zu lassen. Doch bevor er seine neue Aufgabe antritt, darf er in einem gemeinsamen Mahl Abschied nehmen. Die Nachfolge Jesu ist jedoch radikaler: In drei Abschnitten führt Jesus seinen Jüngern vor Augen, wie sehr Christsein die eigene Existenz betrifft und aufrütteln möchte.
Im ersten Abschnitt heißt es: „Der Menschensohn hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann“ – damit ist nicht gemeint, dass Christen nicht schlafen dürfen, sondern vielmehr, dass wir nicht in unseren selbstgemachten Komfortzonen verhaftet bleiben sollen. Wir sollen also nicht stehenbleiben bei dem, was wir uns geschaffen haben, sondern beweglich und durchlässig bleiben für den Ruf Gottes.
Im zweiten Abschnitt lesen wir: „Lasst die Toten ihre Toten begraben“ – es wäre falsch verstanden, zu meinen, dass wir nicht über unsere Verstorbenen trauern dürfen. Die Trauer ist wichtig, aber sie hat nicht das letzte Wort. Im Glauben an Jesus Christus dürfen wir in der Gewissheit leben, dass der Tod nicht das Ende ist. Von dieser Zuversicht sollen wir Zeugnis geben, denn Jesus ermutigt auch uns, wenn ER sagt: „Du aber geh und verkünde das Reich Gottes.“

Der dritte Abschnitt ist sicher der herausforderndste: Jesus nimmt das Beispiel aus der heutigen Lesung und verstärkt, indem er sinngemäß sagt: „Wenn du mir wirklich nachfolgen möchtest, schau nicht zurück und trauere dem alten Leben nicht nach.“ Jesus weiß um unseren religiösen Minimalismus und unseren egoistischen Lebensstil. ER fordert uns tagtäglich heraus, uns zu entscheiden, weil ER uns das Leben in Fülle schenken möchte. 
redaktion@rupertusblatt.at

Mag. Helene Czifra, Pastoralassistentin, derzeit in Karenz.