Kommentar zum Evangelium

Umkehr bringt Früchte

Heute hören wir in den Lesungstexten sowohl eine Warnung als auch eine Zusage: Die Warnung, dass wir uns bekehren sollen, dass die letzte Gnadenfrist angebrochen ist. Die Zusage Gottes durch die Nennung seines Namens vor Mose, mit der er uns sein ständiges Bei-uns-Sein verspricht.

Im Gymnasium war meine große Leidenschaft das Theaterspielen. Geblieben ist meine Freude an der szenischen Aufbereitung von Bibelstellen im Sinne eines Bibliologs. Da kann ich mich beim Lesen von Bibeltexten in die jeweiligen Rollen hineinversetzen. An Jesus Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum möchte ich dies verdeutlichen. Als Besitzer des Weinbergs will ich endlich Früchte ernten, meine Geduld ist enden wollend. So geht es mir manchmal auch im Beruf, im Privatleben, in unserer Kirche: Wo sind die Früchte? Als Weingärtner bitte ich um Geduld: „Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen….“ Ich kann den Feigenbaum als verantwortungsvoller Gärtner nicht einfach sich selbst überlassen, ich mühe mich, grabe den Boden auf, dünge ihn. Ich bin mitverantwortlich für sein Gedeihen. Wie viele Mitmenschen warten auf mein helfendes „Umgraben“: Meine Worte, meine Empathie, meine Mithilfe – und – mein Vertrauen in sie. Es gibt nicht wenige Engagierte im sozialen Bereich und in der Kirche, die am Erfolg ihres Tuns zweifeln. Diese möchte ich auf Jesus Rat hinweisen: „noch ein Jahr“. Vielleicht trägt ihr Bemühen durch Beständigkeit und Ausdauer doch noch Früchte.

Als Feigenbaum stehe ich dürr und ertraglos mitten im Weinberg. Was mich aufrüttelt ist, dass es jemanden gibt, der sich um mich bemüht, der an mich glaubt, auch wenn ich noch nicht mein Bestes zu zeigen vermochte. Jemand, der mir Kraft gibt, der mich stärkt. Für mich sind das meine Familie, meine Freunde, meine Pfarrgemeinde. Schwindet mein Glaube, so werde ich gestärkt. Ich habe die Chance Früchte zu tragen, weil mir Hilfe zuteil wird. Wenn ich Jesus als Weingärtner auffasse, sagt mir das:

Ich bin IHM nicht gleichgültig.

Er traut mir zu, Frucht zu bringen. Gerade diesen Trost will uns Lukas zusagen: Ihr habt eine letzte Frist, kehrt um. Buße ist dabei nicht Quälerei, nein, sie bedeutet Aufbruch, Neuanfang. Es liegt an jeder/m Einzelnen von uns, sich einzubringen, andere tröstend aufzufangen, an sie zu glauben, für sie zu beten und damit zum Gelingen unserer Gemeinschaft beizutragen.
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Mag.a Maria Traunmüller, MA, Studienleiterin St. Virgil Salzburg. Foto: Wenghofer