Kommentar zum Evangelium

Gott freut sich über dich

In den Schrifttexten dieses Sonntags ist von der Freude die Rede.
Im Buch Jesaja lesen wir: „Denn der Herr hat an dir seine Freude und dein Land wird mit ihm vermählt. Wie der junge Mann sich mit der Jungfrau vermählt, so vermählt sich mit dir dein Erbauer. Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich.“
Gott ist der Ursprung der Freude. Diese ist eine Frucht des Heiligen Geistes. Die Freude ist ewig, weil Gott, ihr Ursprung, ewig ist. Der Bräutigam, so lesen wir, freut sich über die Braut und die Braut freut sich über den Bräutigam. Die Vermählung von Mann und Frau ist ein Abbild des Bundes zwischen Gott und den Menschen. Gott freut sich über uns und er freut sich über dich! Die Freude, die wir an Gott haben dürfen, ist eine Quelle der Kraft (vgl. Neh 8,10).

Gott sagt JA zu jedem Menschen und er will, dass jeder Mensch teilhat an seinem Glück.

Im Johannesevangelium wird das frohe Ereignis der Hochzeit aufgenommen, um damit die Verbindung zwischen Gott und den Menschen bzw. Christus und seiner Kirche zu veranschaulichen. Braut und Bräutigam verbinden sich und geben sich das Versprechen der Liebe und Treue. So ist Jesus Christus auch mit seiner Kirche, d.h. mit uns, in Liebe und Treue verbunden. Er sucht die Verbindung mit jedem Einzelnen von uns. Er möchte Freude schenken.
Bei der Hochzeit zu Kana, zu der Jesus eingeladen ist und sich zum ersten Mal den Menschen offenbart, ist der Wein ausgegangen und damit ist auch die Freude verflogen. Die Mutter Jesu wird darauf aufmerksam, sie bemerkt die Not und wendet sich dabei im wahrsten Sinne des Wortes fürsprechend an ihren Sohn: „Sie haben keinen Wein mehr.“ Es scheint, als würde sie zu Jesus sagen: „Sie haben keine Freude mehr.“ Sie lenkt die Aufmerksamkeit der Beteiligten auf ihren Sohn, von dem sie alles erhofft: „Was er euch sagt, das tut.“ Sie weiß, dass Jesus helfen und alles zum Guten wenden wird. Und sie weiß, dass er die Freude schenken kann – in Fülle.
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MMag. Christian Hödlmoser ist Priester und Mitarbeiter im diözesanen Referat Berufungspastoral