Kommentar zum Evangelium

Von Gott geliebt

Das Volk Israel war voll Erwartung, heißt es im Evangelium. Es beobachtete das markante Auftreten und Wirken Johannes des Täufers und überlegte im Stillen, ob nicht vielleicht dieser der Messias sei.
Mit der Erwartung geht die Sehnsucht einher. Jeder Mensch sehnt sich nach Frieden und nach einem Leben in Fülle – damals wie heute. Johannes der Täufer ist der Vorbote dessen, der den Frieden und das Leben in Fülle verkünden wird und tatsächlich schenkt.

Zugleich stellt er richtig, dass er selbst nur mit Wasser taufe, nach ihm aber einer kommt, der stärker ist als er und der mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen wird. Mit dieser Richtigstellung tritt Johannes in den Hintergrund, um auf den tatsächlichen Messias, den von Gott verheißenen Erlöser, Jesus Christus, zu verweisen. Dieser begibt sich zusammen mit dem ganzen Volk an den Ort der Taufe.

Jesus ist der Emmanuel – Gott mit uns.

Er reiht sich bei den Menschen ein, die ihre Sünden los werden wollen und bereit sind, ein neues Leben zu beginnen. Jesus begegnet den Menschen auf Augenhöhe. Er, wahrer Mensch, in allem uns gleich außer der Sünde, und zugleich wahrer Gott, wird von seinem Vater offenbart als geliebter Sohn.

Das erste lichtreiche Geheimnis des Rosenkranzes verortet sich in diesem Geschehen. Der Himmel öffnet sich und der dreifaltige Gott tut sich nach sehnsüchtigem Warten den Menschen kund.
Auch bei deiner Taufe, dem Beginn der Freundschaft Gottes mit dir, tat sich der Himmel auf und Gott sprach zu dir: Du bist mein geliebter Sohn, du bist meine geliebte Tochter, an dir habe ich Gefallen.
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MMag. Christian Hödlmoser ist Priester und Mitarbeiter im diözesanen Referat Berufungspastoral