Konsequent fürs Leben

Aktion Leben Salzburg ist das weit über die Erzdiözese hinaus anerkannte Kompetenzzentrum für den Schutz des menschlichen Lebens. Das verdankt die Aktion Leben Salzburg (ALS) wesentlich Hemma Schöff-mann-Engels. Die Dipl.-Ehe- u. Familienberaterin hat ALS in den vergangenen Jahrzehnten als Geschäftsführerin wesentlich geprägt. Dafür wurde sie vorige Woche herzlich bedankt und in den Ruhestand verabschiedet.

Salzburg. Fast 35 Jahre ist Hemma Schöffmann – zunächst ehrenamtlich, ab 1987 als angestellte Mitarbeiterin – mit der Aktion Leben Salzburg verbunden. Als erste ausgebildete dipl. Ehe- und Familienberaterin übernahm sie die Professionalisierung der Beratungsstelle und wurde dann auch Geschäftsführerin des Vereines. Nicht zuletzt dank ihres unermüdlichen Einsatzes, ihrer Zähigkeit und Unnachgiebigkeit wurde aus einem mit einer Teilzeitkraft besetzten Büro das allseits anerkannte Kompetenzzentrum für den Schutz des menschlichen Lebens, das Müttern in Not unmittelbare Hilfe bietet in juristischen, medizinischen und vor allem psychosozialen Fragen. Dabei geht es um Aussprache und Begleitung während der Schwangerschaft, Gespräche mit Angehörigen, Dienstgebern, Schule etc., Rat und Hilfe bei Unterkunfts- und Wohnungsfragen, Interventionen bei Behörden, Beratung in sozialrechtlicher Hinsicht, Hilfe bei der Arbeitssuche zur Sicherung des Einkommens oder finanzielle und materielle Überbrückungshilfe. 

„In Konfliktsituationen versuchen wir, die schwangeren Frauen zu entlasten und ihr Vertrauen in die eigene Kraft zu stärken. Gemeinsam mit der Frau entwickeln wir Perspektiven und bieten konkrete Hilfen in Notlagen an. Dadurch dient die Beratung am wirksamsten dem Schutz des Lebens“, schildert Hemma Schöffmann die Arbeit der Aktion Leben Salzburg. „Aber auch für Väter mit ihren Fragen und Problemen ist die Aktion Leben da. Ja, das Angebot der Beratung gilt für alle Angehörigen einer Schwangeren.“ Hemma Schöffmann engagierte sich dabei für ihre Klientinnen und deren Familien oft rund um die Uhr und war auch immer bereit, konkret anzupacken, auch wenn es etwa darum ging, einen Zwillingskinderwagen in seine Einzelteile zu zerlegen, schilderten Wegbegleiterinnen und -begleiter ihre Erfahrungen mit ihr. 

Dass solche Einsatzbereitschaft weiter notwendig ist, wurde bei der Diskussion zum Thema„Aktion Leben in der Soziallandschaft Salzburgs“ deutlich. Robert Buggler von der Armutskonferenz zeigte anhand von Zahlen und Fakten die Dimensionen von Familienarmut in Salzburg auf. Allein in Salzburg sind rund 16 Prozent – mehr als 80.000 Menschen – von Armut und Ausgrenzung bedroht; ebenso 14 Prozent der Familien mit Kindern, das sind mehr als 33.000 Personen. Die Aktion Leben ist also mehr denn je dringend notwendig. roi

 

Bildtext: Hemma Schöffmann-Engels (r.) hat die Aktion Leben Salzburg zur ersten Anlaufstelle für schwangere Frauen in Not gemacht. Ihr folgt nun Mag. Renate Roittner als Geschäftsführerin. Foto: roi