Leitfigur der Zivilgesellschaft

Trauer um Ute Bock, bekannt als Helferin für Flüchtlinge und Menschen am Rande der Gesellschaft.

Wien. Die Caritas trauert – wie viele Einrichtungen und Persönlichkeiten in Österreich – um Ute Bock. Die Flüchtlingshelferin verstarb am vergangenen Freitag in den frühen Morgenstunden im Kreise ihrer Schützlinge im Ute-Bock-Haus in Wien-Favoriten nach kurzer, schwerer Krankheit im 76. Lebensjahr in Wien. Caritas-Präsident Michael Landau würdigte Bock als „Leitfigur der österreichischen Zivilgesellschaft“ und „Vorbild beim Einsatz für Menschen am Rande der Gesellschaft“. 

Bei allen Begegnungen mit Bock sei immer die „beeindruckende Bedingungslosigkeit ihres Einsatzes“ spürbar gewesen. Der Caritas-Chef bescheinigte der Verstorbenen auch „Klarheit und Kompromisslosigkeit“ im Engagement für jene, die Hilfe benötigen. „Was mich am meisten bewegt hat, war die innere Freiheit, mit der Ute Bock die Dinge getan hat“, hielt Landau fest. Mit ihrem Wirken habe sie vielen Menschen Hoffnung gegeben und „gezeigt, dass wir vor schwierigen Herausforderungen nicht die Augen verschließen dürfen“. Damit sei sie eine Inspiration für viele Menschen geworden „und wird das auch in Zukunft bleiben“, so Landau. „Ute Bock wird fehlen. Sie fehlt schon jetzt.“ Österreich verliere „eine Frau, die immer Zivilcourage gezeigt“ habe, so der Diakoniedirektor Michael Chalupka in einer Aussendung

Mit Ute Bock sei eine „große Frau von uns gegangen“, die gezeigt habe, „was Menschsein bedeuten kann“, würdigte Bundespräsident Alexander Van der Bellen die Trägerin des goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich. Mit ihrem Engagement oft rund um die Uhr habe Ute Bock Tausenden aus Notsituationen geholfen und damit vielen den Start in ein würdevolles und eigenverantwortliches Leben ermöglicht. In ihren Projekten werde ihr Engagement weiterbestehen, so Van der Bellen.

Bis zuletzt habe sich ihr Denken und Handeln um das Wohlergehen geflüchteter Menschen gedreht. Der Erfüllung ihres größten Wunsches, nämlich eines Tages überflüssig zu werden, sei man gerade in Zeiten wie diesen ferner denn je, hieß es: „Jetzt, da sie nicht mehr bei uns ist, gilt es die Arbeit von Frau Bock fortzuführen.“        

 

kap

Bildunterschrift: Ute Bock ist  für viele Menschen in Österreich zu einem Vorbild der Nächs-tenliebe und Menschlichkeit geworden. Foto: Felicitas Kruse