Letzter Friedenshort

In Schutz und Geborgenheit aufwachsen – das ist im Bürgerkriegsland Syrien schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Kinderkrippe der Franziskanerinnen am Stadtrand von Damaskus hat die Bomben bisher unbeschadet überstanden. Hier finden Kleinkinder sudanesischer Flüchtlinge sowie die Kinder syrischer Inlandsvertriebener noch einen Hort des Friedens. Die Caritas Salzburg unterstützt die Kinderkrippe.

Damaskus. „Sie kommen aus allen Landesteilen, dem Golan, aus dem Süden und dem Nordosten und drängen in die vergleichsweise sicheren Städte wie Damaskus. Sie haben ihre Häuser, ihre Arbeit oder Angehörige verloren“, beschreibt Schwes-ter Renée Coussa die schwierige Lage der Inlandsvertriebenen. Auch in der Hauptstadt sei der Wohnraum mittlerweile knapp. „Die Unterkünfte haben teilweise weder Fens-ter noch Türen. Für die Kinder ist es am schlimmsten“, betont die Leiterin der Kinderkrippe. Neben den syrischen Mädchen und Buben sind es sudanesische Flüchtlingskinder, um die sich die Ordensfrau kümmert. Der Krieg hat die sudanesischen Familien eingeholt. „Krieg und Not beherrschen sowohl ihre Heimat, als auch Syrien, das Land, in das sie einst geflohen sind.“

In der Kinderkrippe betreut ein sechsköpfiges Team rund um Schwester Renée die Kleinen. Die Erzieherinnen möchten ihren 50 Schützlingen jeden Tag eine Auszeit von Krieg, Terror und Trauer geben. „Die Kinder sollen die Schrecken hinter sich lassen. Sie sollen die Chance haben, ihre Persönlichkeit und ihre Fähigkeiten zu entwickeln und zu wachsen“, unterstreicht Schwester Renée. Der strukturierte Tagesablauf mit Spielen, Lernen und Essen hilft den oft verstörten Kindern dabei, sich zu erholen. Zusätzlich können sie mit einer Psychologin sprechen, um die schlimmen Erlebnisse zu verarbeiten.    

Eine Chance für Karam 

Den Kinderkrippenbetrieb zu finanzieren bereitet Sr. Renée Kopfzerbrechen. „Die Preissteigerungen sind enorm. Der Kurs ändert sich täglich. Aktuell ist ein Euro etwa 590 syrische Pfund wert.“ Sorgen mache ihr auch der dreijährige Karam, der aus Aleppo stammt. Er leidet unter Wachstums- und Entwicklungsstörungen. Bis vor wenigen Monaten konnte er nicht laufen, bis heute spricht er kaum. Karam benötigt spezielle Behandlungen und Medikamente. Derzeit sucht die Ordensschwester nach einem Logopäden für den Buben. Ein schwieriges Unterfangen, da die meisten Spezialisten das Land bereits verlassen haben. 

 

Prominente Hilfe

durch Schirmherren Carl Philip von Maldeghem und Reginaldo Oliveira – sie setzen sich für Kinder in Not ein.

Alle Kinder haben Träume. Manche träumen davon Astronaut zu werden oder eine Medaille bei Olympia zu gewinnen. Andere träumen davon wieder sicher draußen spielen zu können, vom Frieden oder davon Lesen und Schreiben zu lernen. Mehr als zwei Millionen Kinder gehen weltweit nicht zur Schule. Gründe dafür sind Armut, Krieg, Vertreibung oder Kinderarbeit. Die Caritas findet: Jedes Kind muss lernen dürfen. Die Caritas Salzburg macht in ihren Schwerpunktländern Ägypten, Syrien und Libanon  gemeinsam mit Projektpartnern vor Ort die Türen zu Schulen und anderen Bildungseinrichtungen auf. Prominente Unterstützer kommen aus der Kultur. 

Reginaldo Oliveira, Ballettchef am Landestheater in Salzburg, macht sich für das Vorschulprojekt Beth Aleph im Libanon stark. Oliveira ist  in den Favelas von Rio de Janeiro aufgewachsen. Der Ballettunterricht veränderte sein Leben. „Wenn es nicht Engagierte gegeben hätte, die sich mit sozialen Projekten um junge Menschen wie mich gekümmert hätten, dann wäre alles ganz anders verlaufen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig der Zugang zu Bildung ist, aber vor allem, wie wichtig Menschen sind, die nicht wegschauen, sondern helfen.“   

Carl Philip von Maldeghem, Intendant des Salzburger Landestheaters, übernimmt die Schirmherrschaft für die Schule St. Vinzenz der Barmherzigen Schwestern in Broumana. „Das Theater ist ein Ort zum Träumen. Die Flüchtlingskinder im Libanon haben mit schweren Realitäten zu kämpfen. Damit auch sie einen Ort zum Träumen haben, unterstütze ich das Schulprojekt in Broumana. Hier erhalten die Kinder ein tägliches Mittagessen und eine gute Ausbildung.“

Tipp: Im Februar lenkt die Caritas den Blick auf die Not von Kindern und zeigt, wie Sie etwas verändern können. Spenden: IBAN AT11 3500 0000 0004 1533, BIC RVSAAT2S, Kennwort: Kinderkampagne 2018

Weitere Infos zu den Bildungsprojekten der Caritas Salzburg: www.caritas-salzburg.at