Linzer Dom völlig neu umgestaltet

Altarweihe. Nach umfassenden Bauarbeiten hat der Linzer Bischof Manfred Scheuer am Freitag den neuen Altar des Mariendoms geweiht, sowie Ambo, Kathedra und Priestersitz gesegnet.

 

 

Linz. Mit der Neugestaltung des Domes wolle die Diözese ein „starkes Zeichen“ setzten, dass die Kirche kein Museum sei, sondern Gegenwart und Zukunft habe, so Scheuer in seiner Predigt. Herzstück der Umgestaltung ist die erhöhte Altarinsel, auf der sich Altar, Ambo, Bischofssitz und Priestersitz befinden. Alle vier Orte sind aus Jura-Kalkstein gefertigt, der in den Farben des Doms gehalten ist und aus der Nähe von Eichstätt (Bayern) stammt.

Die Kirchengestalt der vergangenen Jahrhunderte sei teilweise in Auflösung begriffen, auch was die Architektur und die Gebäude betreffe. Man könne darauf depressiv mit einer Fixierung auf eine heile Vergangenheit reagieren, oder die „Krise“ als Chance zum Exodus, zum Aufbruch werten, so Scheuer. „Es stellt sich die Frage, ob wir in der Kirche von Linz Probleme haben, um unsere Krisen kreisen, auf das Negative fixiert sind, oder ob wir eine Frohe Botschaft haben.“ 

Gott suche die Menschen nicht nur als Einzelpersonen, so Scheuer, sondern als Gemeinschaft. „Die Gemeinschaft der Getauften bildet eine Gemeinschaft, in der Ämter, Dienste und Aufgaben sichtbar werden. Das soll der Raum darstellen.“

Der neugestaltete Mariendom solle laut Bischof Scheuer aber auch ein Erfahrungsort sein für „Menschen, die unseren Glauben und unser Vertrauen in Christus Jesus nicht teilen oder nicht teilen können“. Die ästhetische Kraft des Raumes fördere möglicherweise eine Ergriffenheit, die den Menschen mit sich selbst konfrontiere, sodass er sich die eigentlichen Fragen des Lebens stelle. Das solle dieses Haus „ein Ort der Ruhe, ein Schonraum, ein Ort, an dem Menschen ihr Leben neu ausrichten können“ sein. 

Mit der Verortung von Altar, Ambo, Kathedra und Priestersitz im Kreuzungsbereich von vielbegangenen Wegen des städtischen Umfelds verweist die Diözese auf das gegenseitige Einwirken von „außen“ und „innen“ aufeinander.
Die zentrale Zone zwischen Gemeindebänken, Leitungssitz, Ambo und Altar ist deshalb so gestaltet, dass sie für Besucher, Touristen und Passanten außerhalb der Gottesdienstzeiten begehbar ist.     

kap

Bildtext: Zu Maria Empfängnis, dem Patrozinium des Linzer Mariendoms, wurde Österreichs größte Kirche nach der Innenraum-Neugestaltung wiedereröffnet.