Maria im Mittelpunkt

Zusammenschau. Das Bergbau- & Gotikmuseum Leogang, das Museum Schloss Ritzen Saalfelden und das Salzburg Museum widmen sich dem Thema „Maria“

 

 

 

 

Der Mai gilt kirchlich traditionell als Marienmonat. Die Gottesmutter wird in der christlichen Spiritualität als Sinnbild für die lebensbejahende Kraft des Frühlings und seine überbordende Fruchtbarkeit verstanden. Die besondere Verehrung Mariens blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits im Mittelalter wurden Maifeste heidnischen Ursprungs christlich umgedeutet. Die Maiandachten kamen als Frömmigkeitsform des Barock in rheinischen und fränkischen Diözesen als Bittandacht um gute Witterung auf. Sie stehen in der Tradition einer spätmittelalterlichen Passionsfrömmigkeit, dem „geistlichen Mai“. Ab dem 19. Jahrhundert erhielten diese Frömmigkeitsformen marianische Prägung. 

Im Mai starten im Land Salzburg vier Ausstellungen zu Ehren der Gottesmutter. Im Raum „Kathedrale der Wünsche“ der Schau im Salzburger Monatsschlössl wird im bunten Bilderreigen die Marien-Verehrung in den verschiedenen Wallfahrtsorten gezeigt. Wie bei den Glasfenstern gotischer Kathedralen springen die Botschaften der hinterleuchteten Andachtsbildchen auf die Besucherinnen und Besucher über. 

Das Bergbau- & Gotikmuseum Leogang, das Museum Schloss Ritzen Saalfelden und das Salzburg Museum (Volkskunde Museum und Neue Residenz) widmen sich dem Thema „Maria“. In allen drei Häusern wird dabei ein Querschnitt durch die szenische und figurale Darstellung der Muttergottes gezeigt.

Vier Museen – ein Thema. In vier Schauen zu Ehren der Gottesmutter Maria arbeiten heuer drei Häuser eng zusammen und unterstützen sich gegenseitig, wie es der Kulturvermittlungsplan des Landes Salzburg vorsieht.

Die Sonderausstellung im Salzburg Museum Neue Residenz versammelt qualitativ herausragende Kleinplastiken, besondere Leihgaben und vielfach nachgefragte Objekte aus den Beständen des Salzburg Museum. Die „Gäste“ aus Leogang – unter ihnen eine bedeutende Löwenmadonna von 1340 oder eine Salzburger Madonna im Weichen Stil – treffen auf Highlights aus der eigenen Sammlung. So sind der Rauriser Altar (1490–1499) und das bekannte Tafelbild der Heiligen Maria im Ährenkleid (um 1495, Rueland Frueauf dem Älteren zugeschrieben) gemeinsam ausgestellt. Ausstellung: bis 30. Juni.

Den Ausgangspunkt der Ausstellung „Maria – Andacht und Zuflucht“ im Volkskunde Museum im Hellbrunner Monatsschlössl in Salzburg bildet die umfangreiche private Andachtsbildchen-Sammlung von Ingrid Loimer. Präsentiert werden dabei Kleingrafiken, die die Marien-Verehrung ab der Zeit um 1800 bis heute zeigen. Den kleinen Andachtsbildern sind in der Ausstellung immer wieder Objekte (Devotionalien) beigestellt, welche die Verehrung Marias auch in dreidimensionaler Form widerspiegeln. Ausstellung: bis 3.November. 

In der Ausstellung „Ein Fest für Maria“ im Saalfeldener Museum Schloss Ritzen stehen Traditionen und Bräuche rund um die Marien-Feiertage ebenso im Mittelpunkt, wie die unterschiedlichen Marien-Darstellungen seit dem 18. Jahrhundert. Das Museum widmet sich nicht nur den unterschiedlichen Mariendarstellungen (Skulpturen, Gemälden, Andachtsbildern und so weiter), sondern verweist auch auf die Marienbräuche der Volkskultur und -frömmigkeit. Ausstellung: bis 29. Februar 2020.

Unter dem Titel „Schöne Madonnen # Salzburg. Gussstein um 1400“ werden im Bergbau- und Gotikmuseum Leogang rund 30 Darstellungen der jungen Muttergottes aus Steinguss und Gussstein aus Salzburg gezeigt. Ausstellung: 25. Mai–31. Oktober.     

Bild 1: Im Raum „Kathedrale der Wünsche“ der Schau im Salzburger Monatsschlössl wird im bunten Bilderreigen die Marien-Verehrung in den verschiedenen Wallfahrtsorten gezeigt.

Bild 2: Liebevoll. Einer der mit Bedacht gestalteten Räume der Marienausstellung im Volkskundemuseum im Hellbrunner Monatsschlössl.  

Bild 3: Faltkarten, Kulissenbilder sowie Stanzspitzenbilder mit religiösen Motiven aus der Zeit des Biedermeier (19. Jh.) und 20. Jh..

Bild 1-3: RB/ihi