Maria ist Vorbild für Glauben heute

Bischofskonferenz.  „Maria hat Vorbildcharakter für Glauben in der heutigen Welt“, sagte Erzbischof Franz Lackner beim Festgottesdienst in Mariazell im Gedenken an die Marienerscheinungen vor hundert Jahren in Fatima. Die Vollversammlung der Bischofskonferenz tagte im steirischen Marienwallfahrtsort.

Mariazell. Beim Festgottesdienst haben die Bischöfe Österreich und seine Bewohner erneut der Gottesmutter Maria anvertraut. Vorsteher und Festprediger war Erzbischof Franz Lackner. Er verwies in seiner Predigt auf den Vorbildcharakter Mariens für den Glauben in der heutigen Welt. In einer „zweifelhaften Umgebung“, in der auch „wir heute leben“, fordere Maria mit ihrem Vorbild immer wieder zum Vertrauen und Hören auf Gott auf. Die Welt blute aus vielen Wunden: „Viele Christen und Andersgläubige leiden unter schrecklicher Verfolgung, die Schöpfung seufzt unter der Last der Menschen, das ungeborene Leben vermisst schmerzlich den uneingeschränkten Schutz und der Glaubensschwund in unseren Kirchen stellt uns vor die Frage: Wird der Menschensohn, wenn er wiederkommt, noch Glauben auf der Erde finden?“

In einer „glaubensschwachen Zeit“ sei Maria wie eine Lichtgestalt unseres Glaubens, „die uns den Weg zu weisen vermag“. Mit ihrem klaren Bekenntnis „es geschehe, wie du gesagt hast“ weise sie den Weg hin zur „Durchlässigkeit auf Gott“. Sie lehre das Wagnis, „sich auf einen Gott einzulassen, der stets größer und letztlich unbegreiflich ist, der aber auch Unmögliches vermag“. In ihr habe Gott gleichsam „ein kleines Stückchen Paradies bewahrt, einen heiligen Rest paradiesischer Unversehrtheit, wo hinein er sein Wort von der Menschwerdung sprechen konnte“. Daher bezeichne das 2. Vatikanische Konzil Maria zu Recht als „Mittlerin aller Gnaden“. Maria sei keine „Frau der vielen Worte, sondern eine innerlich betrach-tende Frau“ gewesen. „Alles, was geschehen war, auch das, das sie nicht verstanden hatte, bewahrte sie in ihrem Herzen.“ Auch in dieser Hinsicht könne sie Vorbild sein in einer Zeit, „in der zwar viel nachgedacht werde, aber immer nur über das Äußerliche und Funktionierende“, so EB Lackner.  

Am Ende der Festmesse versammelten sich die Bischöfe rund um den Gnadenaltar, wo bereits 1983 Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Mariazell Österreich und seine Bewohner Maria überantwortet hatte. Die Bischöfe erneuerten dieses Anvertrauen an die Gottesmutter.           kap

Foto (kap/Wuthe): Maria lehre das Wagnis, „sich auf einen Gott einzulassen, der stets größer ist, der auch Unmögliches vermag“, unterstrich Erzbischof Franz Lackner bei der Festmesse in Mariazell.