Mensch im Mittelpunkt

Christa Fuchsberger ist die neue Referentin für Schulpastoral im Amt für Schule und Bildung

Salzburg. Schulpastoral versteht Schule nicht nur als Lernort, sondern als Lebensraum. Das kann Christa Fuchsberger unterstreichen. Sie ist neue Referentin für Schulpastoral im Amt für Schule und Bildung. Einverstanden ist die junge Religionspädagogin auch mit folgendem Satz. Es ist Aufgabe der Kirche dort zu sein, wo die Menschen sind. In Zeiten wo der familiäre Background bei Glaube und Kirche fehle, bleibe oft nur die Schule, um Kinder und Jugendliche zu erreichen. „Diese Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen“, ist Fuchsberger überzeugt und erzählt wie sie mit frischem Wind und innovativen Ideen Schulpastoral umsetzen möchte.      

„Die Sehnsucht nach Gott bei den jungen Menschen ist da, auch wenn die Kirche in der Gesellschaft immer mehr verdrängt wird“, sagt Fuchsberger und ergänzt: „Aber häufig kennen sie die Möglichkeiten nicht und haben wenig Erfahrung mit Kirche und Glauben.“ Es brauche Raum, Zeit und Menschen, die das Evangelium authentisch leben. Schulpastorale Angebote können dieses Vakuum füllen und den Alltag unterbrechen. 

Schöne und herausfordernde Aufgabe

Christa Fuchsberger hat eine schöne, aber herausfordernde Aufgabe übernommen wie sie erzählt. Das Referat für Schulpastoral war längere Zeit nicht besetzt. „Was nicht heißt, dass Schulpastoral nicht stattfindet“, so die Religionspädagogin, die selbst im Schuldienst war und weiß: „Viele Lehrerinnen und Lehrer sind überaus engagiert und das geht weit über die Gottesdienste zum Schulbeginn oder Weihnachten hinaus.“ Die Palette reiche über Besinnungstage, Bibellesenächte, soziale Projekte bis zur Adventkranzweihe. Was fehlt sei ein Ort, wo alles zusammenläuft, eine Möglichkeit der Vernetzung und Koordination, eine Drehscheibe, die auch das Interreligiöse forciert. Genau hier möchte die junge Theologin andocken und ihr Referat als Service- und Anlaufstelle etablieren. 

Wie das gelingen kann? Ideen hat Fuchsberger zuhauf und nennt als Beispiele einen Newsletter oder den Start eines Blogs. Ihr Angebot, das sie unbedingt ins Bewusstsein rücken möchte: „Ich bin da, wenn jemand Unterstützung braucht. Ich bin da, wenn sich jemand Tipps holen möchte oder Handfestes wie Lieder oder liturgische Texte  für eine Feier.“ Ein Herzensanliegen ist es ihr, Menschen zusammenzubringen. „Wir haben so gute Leute, wenn die ihre Erfahrungen weitergeben ist das ideal.“ 

Erste Zielgruppe seien die Religionslehrerinnen und -lehrer. Ihre Wunschvorstellung sei es darüber hinaus andere Pädagoginnen und Pädagogen zu erreichen, die sich inspirieren lassen und Schulpastoral anbieten möchten. Wobei sie wisse, das lasse sich nicht erzwingen. Dazu komme der Alltag, der viel Kraft fordere und wenig Spielraum lasse.  Doch gerade Schulpastoral biete die Chance, das Leben mit kleinen Schritten mitzugestalten und die Menschen zu begleiten. Wobei sich Schulpastoral nicht nur an Kinder und Jugendliche richte, sondern an alle, die in der Schule aus und eingehen, also auch den Hausmeister oder die Eltern. 

Über den Tellerrand blicken 

Quasi der Auftakt in die neue „Schulpas-toral-Ära“ in der Erzdiözese war ein Studientag in Maria Plain mit dem Bischofsvikar für die „Junge Kirche“, Harald Mattel. Die 25 Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit selbst einmal eine Auszeit zu nehmen und zu reflektieren: Warum ist es mir wichtig, Kindern von Gott zu erzählen? Welche Beziehung habe ich zu Gott? Daneben ging es um konkrete Aktivitäten wie einer Wallfahrt für Maturantinnen und Maturanten. Vorstellbar sei zudem eine Taizéfahrt. „Perfekte Partnerin wäre dabei die Katholische Jugend (KJ), die ja Erfahrungen mit Reisen haben“, erklärt Fuchsberger, die eine enge Zusammenarbeit mit der „Jungen Kirche“ in der Erzdiözese verwirklichen möchte.  Überhaupt sei das über den Tellerrand der Schulen hinauszublicken so etwas wie ein Motto, das sie sich verordnet hat. „Ich möchte Neues ausprobieren wie es die KJ sehr erfolgreich mit dem Projekt ALIVE!, den interaktiven Gebetsstationen macht.“

Christa Fuchsberger ist erst wenige Wochen im Referat. Sie sprüht vor Elan, den sie sich auf jeden Fall erhalten will. „Ich habe ein gutes Gefühl und das Vertrauen: Es wird gut.“   

Foto: Christa Fuchsberger ist neue Referentin für Schulpastoral. Ihr Anliegen: Glaubensräume in Schulen eröffnen und vertiefen.

Foto: RB/ibu